Die schwarze Pest im Golf von Mexico – die Energiewende beschleunigen
Von Sabine Kunze
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Leto A. CC‑License
Am 20.04.2010 explodierte im Golf von Mexico die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ der Erdölgesellschaft British Petroleum, kurz BP. Nach zwei Tagen war sie im Meer versunken und nun strömen bereits fast zwei Monate lang riesige Mengen Rohöl in den Ozean und treiben auf die Küsten der USA-Staaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida zu. Anfänglich sprach man von 800.000 Liter pro Tag, neue Berechnungen gehen von 6,4 Millionen Liter pro Tag aus! Alle Bemühungen bisher, das Bohrloch abzudichten, blieben erfolglos.
»Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber wahrscheinlich war aus Kostengründen ein teurer Notschalter (500.000 Dollar) eingespart worden, der bei Störungen das Bohrloch verschließt.«
Vom sich ausbreitenden Ölteppich sind die Naturschutzgebiete an der Küste der USA bedroht – Seegraswiesen und Mangrovenwälder. 40 Prozent aller wandernden Wasser‑ und Küstenvögel in Nordamerika sind laut Ⅿ. Geiger vom WWF in Frankfurt auf dieser Route unterwegs und somit von der Katastrophe betroffen. Weißkopfseeadler, Braune Pelikane, Seeschwalben werden das Desaster nicht überleben. Auch Schäden auf dem Meeresboden sind zu erwarten: Das Öl bildet eine asphaltähnliche Schicht und begräbt alles Leben unter sich. Kleinstlebewesen nehmen entstehende Kohlenwasserstoffe und Gifte auf und so gelangen diese in die Nahrungskette und am Ende auf den Teller der Menschen. Auch Fische sind betroffen, deren Kiemen durch das Öl verklebt werden. Und die Helfer selbst klagen über Übelkeit und Kopfschmerzen.
Welche Auswirkungen diese Katastrophe haben kann, zeigt ein ähnliches Unglück aus dem Jahr 1979. Damals war die Bohrinsel „Ixtoc I“ im Golf von Mexico explodiert. 3,3 Millionen Barrel Öl flossen ins Meer. Das Öl formte einen ein bis vier Zentimeter dicken Teppich. Nur 10.000 Liter konnten abgeschöpft werden. Wissenschaftler schätzen, dass die Hälfe des Öls chemisch und biologisch abgebaut wurde, der Rest sank auf den Meeresboden.
Auch die Folgen der Tankerunglücke von 1978 – Amoco Cadiz oder von 1989 – Exxon Valdez , lassen erahnen, welche Schäden zu erwarten sind. Und dabei lief nur ein Bruchteil der Menge aus, die jetzt täglich austritt. Das Öl der Exxon Valdez verunreinigte 2.400 Kilometer Küste Alaskas, die Amoco Cadiz 360 Kilometer an der französischen Küste. Durch den Unfall des Tankers „Prestige“ im Jahr 2002, bei dem 65.000 Liter Öl ausliefen, starben ein Viertel Million Vögel! Die Ökosysteme brauchen Jahre, um sich von diesen Schäden zu erholen. Und was das Öl nicht schafft, das verursachen die Reinigungsarbeiten. Besonders zweifelhaft ist der Einsatz von Chemikalien, die das Öl auflösen sollen. Sie selbst gefährden die Lebewesen im Meer und sind teilweise giftig.
Dieses Unglück hat einmal mehr die Frage aufgeworfen, ob die Art und Weise der Nutzung fossiler Energieträger wie Erdöl oder Kohle ohne Rücksicht auf die Umwelt nicht endlich der Vergangenheit angehören sollte.
»Aus Profitgründen wird auf die Sicherheit gepfiffen und die Kosten von Unfällen können dann wieder von der Allgemeinheit bezahlt werden.«
Von den Schäden an der Natur ganz zu schweigen, denn tote Tiere und zerstörte Naturschutzgebiete können auch mit Geld nicht wieder zum Leben erweckt werden. Es ist unverantwortlich und das ganze Gegenteil von nachhaltig, diese Energiewirtschaft weiter zu betreiben. Deshalb ist es für die Linkspartei eine Selbstverständlichkeit, konsequent für den Ausstieg aus der atomar-fossilen Energiewirtschaft einzutreten und den sozial‑ökologischen Umbau voran zu treiben. Deshalb ist der Einsatz von erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um die Energiewende nicht auf die lange Bank zu schieben.
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