Ohne Bezug zur Realität
Klaus Ernst und Michael Schlecht sehen Rechtsabweichlertum und Neoliberalismus in der LINKEN, sobald ihre Positionen zur Rente nicht geteilt werden.
Eines vorweg: Mit ihrem Artikel „Gefahren für die Rente“ in der Aprilausgabe der Zeitschrift „Sozialismus“ greifen MdB Ernst und LINKEN-Vorständler Schlecht in die unterste Schublade der Stilmittel politischer Auseinandersetzung. Als „neoliberal“ bzw. „Angriff von Rechts“ wird von ihnen das Konzept gegeißelt, über eine Garantierente, also eine Untergrenze für den Rentenbezug nachzudenken, die Altersarmut bekämpfen soll. Ein wenig erinnert diese Methodik an die „Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) – Kurzer Lehrgang“. Dort findet man die „Bucharin-Rykow-Gruppe“: „rechte Kapitulanten“, „Uglanow und seine Anhänger“: Rechte, die „Sinowjewleute“: „rechte Abweichler“, „rechts-linke Missgestalten“, die „Bucharinleute und Trotzkisten“: „Block der Rechten und Trotzkisten“. Vielleicht muss man Ernst und Schlecht zu Gute halten, dass sie im Westen sozialisiert wurden und sie sich nicht mit den Methoden der diffamierenden Ausgrenzung auseinandergesetzt haben. Wenn doch, um so schlimmer. Diesen zerstörerischen und verantwortungslosen Politikstil sollten Schlecht und Ernst besser unterlassen, unserer noch jungen Partei steht er nicht gut zu Gesicht.
Aber nun zur Sache, zur Rente. Ganz fein und richtig stehen beide für eine Änderung der Rentenformel, für ordentlich bezahlte Arbeit, gegen die Rente mit 67 usw. usf. Das ist soweit Konsens in der Partei, kein Problem. Erst am Ende wird es spannend. Dort formulieren sie: „Die Garantierente ist ein Grundeinkommen im Alter. Ihre Einführung hieße nichts anderes, als dass für einen Teil der Bevölkerung ohne jede Prüfung des Bedarfs eine steuerfinanzierte Sozialleistung in Höhe des Existenzminimums gezahlt wird.“ Diese grobe Zusammenfassung zeigt, dass sie sich nicht wirklich mit Rentensystemen jenseits deutscher Grenzen beschäftigt haben. Denn diese sind z.T. deutlich komplexer, beispielsweise in Schweden. Doch darüber könnte man noch hinweg sehen. Nicht jedoch über ihre Schlussfolgerung: „Nach dem Gleichheitsgrundsatz müsste sich dann aber die gesamte Bevölkerung die Frage stellen, warum auf steuerfinanzierte Transfers zur Absicherung des Existenzminimums überhaupt andere Einkommen angerechnet werden“ und lehnen daher eine Garantierente ab.
Diese Meinung muss, um sie korrekt einordnen zu können, ins Verhältnis zur Realität gesetzt werden. 22 % der Beschäftigten arbeiten derzeit im Niedriglohnbereich, das sind mehr als 6,5 Millionen und dies über Jahre. Abermillionen Menschen sind erwerbslos oder erhebliche Zeit erwerbslos gewesen. Das bedeutet ganz einfach, dass für den größten Teil dieser vielen Millionen Menschen das Rentenniveau schon lange klar ist. Sie werden nie und nimmer die Werte des statistischen „Eckrentners“ erreichen, bereits heute kommt nur noch rund jeder vierte Mann auf die 45 Jahre Beitragszahlung, die für den Eckrentner vorgesehen sind. Diese Menschen werden im Alter arm sein, das ist der Fall. Und diesen eine Rente zu garantieren, die ihnen im Alter ermöglicht, nicht dahin zu vegetieren, bezeichnen nun Ernst und Schlecht als „neoliberal“. Dabei argumentieren beide mit einer fiktiven Mehrheit, deren Lebensstandardsicherung dadurch in Frage gestellt würde. Den Sozialneid „nach unten“ anzufachen oder zu verstärken ist nun eine wirklich überraschende Wende in ihrer Argumentation.
Vielleicht sind Schlecht und Ernst der Auffassung, eine Regierungsbeteiligung der LINKEN im Bund könnte das oben genannte millionenfache Problem im Handumdrehen lösen. In den wohl sofort anbrechenden „goldenen Jahren“ würden Menschen, die Jahrzehnte lang wenig verdienten, dies in kurzer Zeit ausgleichen. Dies wäre nichts anderes als Realitätsverlust. Da dieser nicht anzunehmen ist, liegt es näher, dass für sie millionenfache Armut leichter zu akzeptieren ist, als ein Wechsel im Rentensystem. Dabei handelt es sich bei der Garantierente noch nicht mal um einen Systemwechsel, sondern um eine Sockelung innerhalb der Gesetzlichen Rentenversicherung.
Genau diese Denkweise jedoch, die „systemisch“ argumentiert, anstatt die Lebenswirklichkeit der Betroffenen zum Ausgangspunkt zu machen, führte schon bei der „Hartz“-Gesetzgebung gefährlich in die Irre. Die sozialdemokratische Tradition der Fixierung auf Regelungssysteme hatte eigentlich schon unter Schröder ihren Höhe‑ und Endpunkt gefunden. Die LINKE bedarf genauso wenig ihrer Fortsetzung, wie die Millionen von jetzt und in Zukunft Armen.
An dieser Stelle muss bemerkt werden, dass es für DIE LINKE von erheblicher Bedeutung ist, die enge Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften weiter auszubauen. Zugleich sind wir ebenso Partner und Ansprechpartner für all jene in prekären Lebensumständen oder lohnabhängig Beschäftigten, die nicht zuerst in den Gewerkschaften ihre Interessenvertretung sehen. Auch dies sind Millionen von Menschen und übrigens über 80 % aller Arbeitenden, es ist die deutliche Mehrheit. Dies geht schon daraus hervor, dass in den DGB-Gewerkschaften insgesamt ca. 6,5 Millionen Menschen organisiert sind. Dies mag bedauerns‑ und verändernswert sein, ist aber der Fall. Nun ist es nicht Aufgabe der LINKEN, die Gründe für den rapiden Mitgliederschwund bei den Gewerkschaften zu analysieren, 2003 waren es noch über eine Million Mitglieder mehr als jetzt. Allerdings darf die Frage gestellt werden, inwieweit den veränderten Wirtschaftsstrukturen und damit veränderten Lebensumständen durch die Gewerkschaften Rechnung getragen wird. Michael Schlecht, immerhin Chefvolkswirt bei ver.di und Klaus Ernst als IG-Metall-Funktionär verweisen mit ihrer Argumentation auf eine mögliche Ursache des Problems.
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80 Kommentare ↓
Liebe Leser!
Ganz bestimmt ist es an der Zeit, dass man sich einmal die Frage stellt, für welch eine Art von Realität sich die Mitglieder der LINKEN einsetzen sollen?
Ist es realistische linke Politik, wenn man für jede gerechtfertigte finanzielle Forderung als erstes einmal die entsprechende Gegenfinanzierung auf den Tisch legt?
So machen es schließlich die so genannten bürgerlichen Parteien und berufen sich dabei ausschließlich immer auf unzureichende Steuereinnahmen.
Aber erinnern wir uns alle gemeinsam doch einmal an die Bankenkrise. Um die maroden
Verhältnisse der Immobilien-und Hypothekenmisswirtschaft der us-amerikanischen Wirtschaft in den „Griff“ zu bekommen war man seitens der Europäischen Union innerhalb von wenigen Tagen (vielleicht sogar Stunden) dazu in der Lage, eine Überweisung von sage und schreibe 240 Milliarden Euro an den WWF zu leisten.
Ich erinnere mich n ⅰ ⅽ h t daran, dass hierzu aus irgendeiner Partei jemand eine Gegenfinanzierung verlangte.
Ist es vielleicht dieses, was LINKE unter realistischer Politik verstehen sollen?
Ich verstehe unter realistischer linker Politik ein solidarisches Eintreten und Fordern
von Steuermitteln, ohne das man als LINKER als Erstes an die Gegenfinanzierung denkt.
Denn genau dieses wäre in meinen Augen dann unrealistische linke Politik, die einen von keiner anderen Partei unterscheiden würde.
Mit freundlichen und s o ⅼ ⅰ ⅾ a r ⅰ s ⅽ h e n Grüßen
Hans-Dieter Wege
Hallo Herr Wege,
Wenn Ihre Frau die Forderung erhebt, sie benötige unbedingt eine Schönheitskur, ein neues Auto wäre auch nicht schlecht und Australien sei doch auch ein lohnenswertes Urlaubsziel für diesen Sommer, dann würden sie doch sicher sofort ihr finanzielles Budget überschlagen und als Finanzminister Ihrer Familie müßten Sie dann entweder sagen: „Ok, die Knete haben wir“ oder „ok, da nehmen wir einen Kredit auf“ oder „Tut mir leid, es hat eh keinen Zweck, die Schönheitskur, die lassen wir weg!“
Sollten Sie aber, wie ich vermute, nicht der Bestimmer in finanziellen Angelegenheiten sein, dann fragen Sie doch einfach Ihre Frau.
Wenn Sie aber bei der finanziellen Planung so vorgehen, wie Sie vorschlagen, dann wird wohl demnächst der Gerichtsvollzieher Ihren Computer konfiszieren müssen.
Sehr schade dann, um Ihre wertvollen Beiträge.
Meinen Sie wirklich, dass ein Finanzminister einen Landes sich wesentlich anders verhalten wird, kann und darf als Sie oder Ihre Frau innerhalb Ihres verhältnismäßig kleinen Wirtschaftsraumes dies tagtäglich tun müssen?
Forderungen stellen, ohne auch nur einen Schimmer davon zu haben, wie ich diese realisieren soll, was ist denn das für eine putzige Politik?
An die kleinen und großen Lügen der Politik haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt, aber zu dick auftragen, dass merkt selbst der Dümmste irgendwann.
Freundlichst
F.W.
Sehr geehrter Herr Frank Weise!
Die Finanzminister reden immer von den Steuern, die sie haben und nicht von den Steuern, die man haben könnte.
Und genau das müßte linke Finanzminister von den Bürgerlichen unterscheiden.
„Statt zu sparen bei den Armen, streichen bei den Reichen!“
Und wenn dann noch ein sozialdemokratischer Arbeitsminister am Anfang eines Jahres, die Anweisung herausgibt, und zwar an alle untergeordneten Dienststellen, sie müßten auf Teufel komm raus 8 Prozent bei den jährlichen Hartz IV-Leistungen einsparen, dann ist das keine Lüge sondern derzeit praktizierte „Sozialpolitik“!
Und an so einer asozialen Politik darf sich kein linker Politiker beteiligen, auch wenn sie noch so realistisch erforderlich e r s ⅽ h e ⅰ n t !
Denn sollten linke Politiker wirklich asoziale Politik mittragen, wird sich so eine linke Partei ganz schnell wieder in Luft auflösen.
Man sieht es an Italien, Spanien und Frankreich. Diese Fehler darf die Linke in Deutschland auf gar keinen Fall begehen, nur so bekommt man eine r e a ⅼ ⅰ s t ⅰ s ⅽ h e Chance, vielleicht eines Tages sogar die stärkste politische Kraft in Deutschland zu werden.
Ich kann den Ausführungen des Hr. Wege nur zustimmen!
Wenn linke Politik bedeutet die Wege der anderen Parteien zu gehen werden wir schnell überflüssig. Wir müssen eigene Wege finden um die asoziale Politik zu beenden.
Die Lüge der leeren Staatskassen wird auch durch ständiges wiederholen nicht glaubhafter.
Es ist schon ein Skandal wie mit Steuermitteln Spekulanten gemästet werden,aber kein Geld für Arme,Kinder etc. da sein soll.
Wer Geld für Kriege hat, kann sich nicht mit leeren Staaskassen rausreden.
Umverteilung von oben nach unten…..und das konsequent!!!!
… „Ohne Bezug zur Realität“
das kann man/frau wahrlich zu Klaus Ernst und Michael Schlecht sagen. Sie sind so sehr in ihrem NUR-Gewerkschaftsdenken verhaftet, dass sie überhaupt nicht mehr wahrnehmen, wie es einem großen Teil der Bevölkerung inzwischen geht.
Die Grundsicherung und besser noch das Bedingungslose Grundeinkommen sind inzwischen zum absoluten MUSS geworden, soll unser Gemeinwesen nicht zur Bananenrepublik im Sozialwesen verkommen.
… und das ist SOFORT realisierbar, wie es inzwischen mehrfach nachgewiesen wird. Sogar ein konservativer Ministerpräsident denkt da inzwischen weiter wie diese Funktionärs-Clique, die nur auf die eigene Machterhaltung fixiert ist.
Ciao aus dem Süden P.S.
Ja,
mit unsachlichen Todschlagargumenten den jeglichen Ansatz zur generellen Armutsbekämpfung fehlt, handelt mann sich in der pluralistischen „Die Linke“ einige Hiebe ein.
Ob man sich hier das gewohnte Bild nicht von der Wand nehmen möchte?
http://youtube.com/watch?v=5zIiTnj7Rhw
Nur mal nachgedacht
Th.P.
Herr Pietsch,
soll das Video sich Klaus Ernst als Gegenargument seiner Sicht zur Garantierente reinziehen und Schlussfolgerungen ziehen?
Karsten Dörre
Ist es linke Realität immer sehr zu frieden zu sein?
Folgendes kann man heute auf der Seite der LINKEN Sachsen lesen:
Zu den Wahlergebnissen der Partei DIE LINKE bei den sächsischen Kommunalwahlen
„Wir sind sehr zufrieden. Die sächsische LINKE konnte ihre kommunalpolitische Kompetenz untermauern und wir haben unser Wahlziel – mindestens den 2. Platz – erreichen können. Bei den Landratswahlen haben die LINKEN Kandidatinnen und Kandidaten fast durchgängig den 2. Platz erreicht. In vier Kreisen konnten wir damit am 22. Juni einen weiteren Wahlgang erzwingen.
Wenn man eine realistische Bewertung abgegeben hätte, müßte man erwähnen, dass man Verluste erlitten hat und ungefähr einen Verlust bei den WählerInnenstimmen von 1,5 Prozent.
Und wir als Linke dürfen doch nicht sehr zufrieden damit sein, dass die NPD ihre Sitze in den Kreistagen und Räten vervierfacht hat.
Eine realistische und ehrliche Aussage wäre es in meinen Augen gewesen, hätte die LINKE in Sachsen von eigenen Fehlern im Umgang mit der Bevölkerung gesprochen.
Und an der Bevölkerung muss sich auch linke Politik wohl doch noch viel mehr orientieren.
Die Menschen halten nichts mehr von Schönfärberei und greifen daher anscheinend nach Strohhalmen, die keine sind.
Und genau hier beginnt die Verantwortung der LINKEN!
Herr Wege,
in der Psychologie und Psychotherapie werden Bemerkungen wie „ich bin zufrieden“ oder „mir geht es gut“ als Ausweichverhalten behandelt. Man will seine wahre Gefühlsverfassung mit Floskeln abwehren und verschleiern. Und man muss öffentlich nicht zerfleischende Selbstkritik betreiben, Maoismus ist doch out.
Aber Geduld, Herr Wege. Es kommt bestimmt in den nächsten Tagen eine vernünftige Analyse des Wahlergebnisses.
Karsten Dörre
Ich schließe mich hier eher der Wahlanalyse von Herrn Hans-Dieter Wege an. Die Politiker bzw. die Kandidaten bitten die Wähler um einen Vertrauensvorschuss. Aber wenn sie ihn in den letzten Jahren bereits aufgebraucht haben, was dann? Dann nützt auch die größte Geduld und die vernünftigste Analyse der Wahlergebnisse nichts mehr. Futsch ist futsch und hin in hin. Hierzu paßt auch meine Anfrage bei –.platzeck.- zu „Glaubwürdigkeit der Politiker.“ Viele Wähler haben vor vier Jahren –als die NPD in den Landtag kam‑ gehofft, dass die in der „schwarz-rot-grün-gelben Jauche ganz schön hüsteln werden“. Das Gegenteil ist eingetreten. Sie haben ihren braunen Dreck mit reingehauen, ein wenig umgerührt und gut war. Viele sind von der NPD und ihren Vertretern ganz schön enttäuscht und werden sie auch nicht wieder wählen. Doch aufgrund der geringen Wahlbeteiligung erscheint der Stimmengewinn bei der NPD enorm. Die meisten Frustwähler bleiben gegenwärtig enttäuscht zu Hause. Prof. Patzelt gibt der CDU den Rat, sie möge doch am rechten Rand die NPD-Wähler weg fischen. Diesen Rat möchte ich den LINKEN auch gern geben. Doch hier geht es gar nicht um rechts oder links. Sondern um unzufriedene Mitmenschen, die mit ihren Nöten und Sorgen allein gelassen wurden. Ich denke hier nicht nur an die Arbeitslosigkeit und das ´Geringverdiener-tum´sondern vor allem auch an die Grenzkriminalität. Wenn hier die LINKEN oder andere Parteien ein offenes Ohr für ihre potentiellen Wähler hätten, würden die Rechten bzw. Braunen ins Leere greifen.
Oder wenn ein MdL wie Caren Lay ein Politiker-Ehrenwort gibt und dann bricht, ist das für die Partei und eine Wahlanalyse
auch nicht gerade von Vorteil.
Leserbrief zum Thema:
„Erwin Strittmatter soll bei der SS gewesen sein.“ Na und?
Ich war auch bei den Pionieren, der FDJ und der GST. Bloß gut, dass es nicht zum Krieg kam. Die erfolgreichen Schriftsteller Erwin Strittmatter, Günther Grass und viele andere Persönlichkeiten, die es im Nachkriegsdeutschland zu etwas brachten, haben sich vor fast 100 Jahren im „Nationalsozialismus“ für den Schutz ihres Heimatlandes eigesetzt. Aus heutiger Sicht: Schlimm! Schlimm! Schlimm! Wie konnten die das nur tun!?! Lothar de Maiziére, Manfred Stolpe, Gregor Gysi und viele andere mehr haben sich vor fast 50 Jahren im „real existierenden Sozialismus“ für die Stärkung und den Schutz ihres Heimatlandes eingesetzt. Aus heutiger Sicht: Schlimm! Schlimm! Schlimm! Wie konnten sie das nur tun!?! Zeitgenossen, die sich heute für den Erhalt und die Stärkung der freien Martwirtschaft bzw. den „real existierenden Kapitalismus“ und somit für ihr Heimatland einsetzen, werden sich vielleicht in 50 oder 100 Jahren von ihren Kindern und Kindeskindern vorwurfsvoll fragen lassen müssen: „Wie konntet ihr das nur tun!?! Und sie werden kopfschüttelnd sagen: „Schimm! Schlimm! Schlimm!“
Mit der Vergangenheitsbewältigung hat es zu allen Zeiten immer ganz gut geklappt. Nur mit der Gegenwartsbewältigung haperts in der Regel. Ein schlechtes bzw. gutes Beispiel ist die Nicht-Aufklärungsrate in der „Sachsen-Sumpf-Affäre“. Ein konkretes Beispiel: Vor geraumer Zeit erhielt ich amtliche Urkunden aus denen klar, eindeutig und zweifelsfrei hervor geht, das ein Amtsgericht Verhandlungsprotokolle gefälscht und eine Rechtsanwaltskanzlei diese als „Alibi-Beweis“ in den Verkehr gebracht haben muss. Obwohl die Sache schon fast 10 Jahre unter dem Deckel kräftig am Kochen ist, wurde bis heute immer noch nicht aufgeklärt, ob die zugeschickten Dokumente oder die Gerichtsprotokolle falsch sind. Sicher müssen auch hier erst 50 oder 100 Jahre vergehen, bis die Sache von Historikern ans Licht der Öffentlichkeit gebracht und die angezeigten Straftaten dann aufgeklärt werden. Ach, nein! Dann sind sie ja verjährt und es liegt somit ein –Aufklärungshinderungsgrund‑ vor.
Paßt auf „Ohne Bezug zur Realität“ wie die Faust aufs Auge.
Sächsische Zeitung‑ Kamenz
Fax: 03578⁄34 47 54 11 – Sendung: 19.06.2008 12 : 25
Leserbrief zu:“Vorwurf der Wählertäuschung gegen Rückwardt“
SZ vom 19. Juni 2008 Seite 17.
Ich freue mich sehr, dass der BM von Radeberg Herr Lemm (SPD) sich in Recht und Gesetz so gut auskennt. Doch mit der sehr schwer wiegenden Anschuldigung der „groben Wählertäuschung“ ist er wohl sehr weit über das Ziel hinaus geschossen. Obwohl in Pulsnitz, Lichtenberg und Oberlichtenau noch keine offizielle „Volksbefragung“ durch geführt wurde, haben die Meisten die Vorteile einer Fusion erkannt und sprechen sich auch diebezüglich aus. Zumindest
die Fraktionen von Dunkelschwarz über Grün und Gelb bis hin zu Hellrot. Es geht also nicht mehr darum, ob fusioniert wird. Sondern nur noch darum, wann und unter welchen Voraussetzungen bzw. Kompromissen. So ist doch beim jetzigen Stand der Dinge davon auszugehen, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Vereini
gung in den nächsten zwei aber aller höchsten drei Jahren erfolgen wird. Dann ist nach Recht und Gesetz die volle Amtsperiode von Erhard Rückwardt (CDU) beendet.
Apropos „Recht und Gesetz“. Herr Lemm hat davon Kenntnis genommen, dass mehr als ein Dutzend über alle Zweifel erhabenen Persönlichkeiten behauptet haben, dass ein sächsischer Richter ein Gerichtsprotokoll gefälscht haben soll. Dieses weiß er nicht erst seit zirka 45 Tagen. Wo die Sache auf dem Link: „direktzu.de/platzeck“ in eine breite Öffentlichkeit gekommen ist. Sondern seit mehr als 10 Jahren. Schließlich habe ich mehr als einmal dort im Rathaus darauf hingewiesen. Anstatt mit der Faust auf seinen Amtstisch zu schlagen und zu sagen: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die offenkundigen Widersprüche und sehr schwer wiegenden Anschuldigungen ohne Ansehen der Person aufgeklärt werden“, schweigt er
die Sache einfacht tot.
Ich schließe mit den Worten von Stephen Spender:
„Totschweigen ist Mord ohne Blutvergießen.“
erhardjakob@vodafon.de Tel.: 0176⁄963 49 7 55
Heute habe ich die „###“ –Juni 2008‑ gelesen und meinen LB zum „Sachsen-Sumpf“ entdeckt. Für die Veröffentlichung möchte ich mich bei den Verantwortlichen der Redaktion in aller Form bedanken. Schade finde ich es allerdings, dass ich auf mein immer wieder angesprochenes Problem
(hier: Der Ex-Jusitizminister aus Sachsen wird von diversen Sachver-ständigen beschuldigt, dass er das Parlament –einschließlich die Links-Fraktion – mit einem gefälschten Gerichtsprotokoll getäuscht hat)
keine oder fast keine Rückmeldungen erhalte. In der digitalen „###“ habe ich meine fast 20 jährige Such nach Recht und Wahrheit in einer Fabel aufgearbeitet. Herr Wege sagt sinngemäß: „Was sie da schreiben versteht doch kein Schwein!“ Und Herr Rico Schubert legt mir nahe, dass ich solche „fabelhaften“ Geschichten an anderer Stelle an bringen soll. Das ist als Rückmeldung natürlich sehr wenig. Ich habe gehofft, Mitmenschen zu finden, die sagen: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die offenkundigen Widersprüche und die sehr schwer wiegenden Anschuldigungen aufgeklärt werden. Und die dunklen Machenschaften ans Licht der Öffentlichkeit kommen!“ Leider hat sich meine Hoffnung nicht erfüllt. Trotzalledem sage ich zu mir: „Erhard, du hast es wenigsten versucht!“
Vielleicht finde ich an anderer Stelle Mitmenschen, die sagen: „Dem Manne kann geholfen wurde!“ und „Was Recht ist muß Recht bleiben. Wir werden uns dafür eins, dass die Sache aufgeklärt und
ans Licht der Öffentlichkeit kommt!“
Sehr geehrter Herr Wege,
Ihr Argument
›“Ich erinnere mich n ⅰ ⅽ h t daran, dass hierzu aus irgendeiner Partei jemand eine Gegenfinanzierung verlangte.“‹
ist schlüssig, nachvollziehbar und stichhaltig!
Deshalb unterstütze ich auch Ihre darauf aufbauende Argumentation.
Ich will’s mit meinen eigenen Worten versuchen:
Solange die einen politischen Kräfte die Staatskasse mit Geschenken in alle Welt, Steuergeschenken an nachweislich Unbedürftige (z.B. per gießkannenprinzip bei Fördermittelvergabe über JAHRZEHNTE!!), Bürgschaften für faule Finanzmanipulationen (siehe die verlorenen Landesbanken, Berlin-Pleite usw.) usw.usw. belasten, ohne sich auch nur einen Deut um die Fragen der Gegenfinanzierung zu scheren, ist es schlichtweg unverhältnismäßig und und deshalb sachlich unvertretbar, wenn bei der Frage nach den Lösungen der (nicht nur für einzelne, sondern für große Bevölkerungsbereiche) existenziellsten und brennendsten sozialen Fragen überhaupt noch die Gegenfinanzierungsfrage gestellt wird.
Eine Politik, die einerseits den Armen jeden Pfennig vorrechnet und gleichzeitig das Geld mit vollen Händen zu allen Fenstern hinauswirft (der einschlägigen Skandale hat es seit Gründung der BRD übergenug gegeben) ist einfach
unanständig
rechtsstaatswidrig
inhuman
verwerflich
politisch und strategisch gleichermaßen dumm und gefährlich
und – indem dadurch Menschen mittelbar und/oderunmittelbar zu Schaden kommen: verbrecherisch!
(Ein Unternehmer der so wirtschaften würde, müßte mit ernsten rechtlichen Konsequenzen rechnen.
Leider glauben noch immer viele, im Bereiche öffentlichen Wirtschaftens gälten andere mathematische Naturgesetze als im privaten, oder zumindest tun sie so, als ob sie das glaubten…)
Deshalb gilt es hier zunächst, von der ohnehin von Verschleuderung bedrohten Masse öffentlichen Geldes ohne wenn und aber so viel wie möglich in die Bereiche zu lenken, wo existenzielle Not und Bedürftigkeit herrschen, bevor damit z.B. außenpolitische, wirtschaftspolitische oder finanzpolitische Hazardspiele finanziert werden.
Dies schon deshalb, weil die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beweist, daß zum Träger von Gegenfinanzierungen unverhältnismäßig häufig der „kleine Mann“ mit dem ohnehin niedrigen Einkommen auserkoren wurde.
In sozialen Fragen die Gegenfinanzierungsdiskussion solange auszusetzen, bis auch in anderen Bereichen öffentlicher Ausgaben wieder Verhältnismäßigkeit und soziale Gerechtigkeit eingekehrt sind und zynischen Gegenfinanzierungsargumenten die gebührende Abfuhr zu erteilen, solange an anderen Stellen die öffentlichen Kassen erhebliche „Undichtigkeiten“ aufweisen, ist, wie ich glaube, politisches Gebot der Stunde – weit über alle linke Politikargumentation hinaus – denn: Was hier in Deutschland in den letzten Jahrzehnten finanzpolitisch fabriziert wurde, ist auch – und das nicht nur in meinen Augen – kaufmännischer Wahnsinn, dessen böses Ende langsam absehbar wird …
Auch ich finde, jegliche Gegenfinanzierungsdiskussionen sind angesichts des erkennbar vorsätzlich die öffentlichen Kassen schädigenden Finanzpolitik‑ und Ausgabeverhaltens der Deutschen Bundesregierungen über Jahrzehnte hin (!) (der Vorsatz ist damit bewiesen, daß Warnungen in den Wind geschlagen und nicht selten Warner mundtot gemacht wurden, ja sogar die eigenen Regeln sachgemäßen Wirtschaftens mehr als nur versehentlich verletzt wurden – insofern dürfte es bisher keine Bundesregierung gegeben haben, die nicht bezüglich ihres Eides, Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden, meineidig geworden wäre!) , absolut zynisch und inakzeptabel.
meint
U.
@ Frank Weise
Ihr Vergleich vom 05.06.2008 hinkt gewaltig!
Deshalb mache nun ich mal einen Versuch:
Wenn der eine Elternteil das vorhandene Geld nur noch versäuft und verzockt, während die Kinder hungern, dann ist es nicht nur rechtens, sonder sogar die Pflicht des anderen, ohne „wenn“ und „aber“ dafür Sorge zu tragen, daß ZUERST für die Kinder und bedürftigsten Familienmitglieder genügend Geld da ist, ehe der Rest an Fremde verschenkt, verzockt oder mit Hobbys mit zweifelhaftem Ausgang (z.B. Kriegspielen für Dritte in Afghanistan) verplempert wird.
Gell, da sieht der Familien – Vergleich gleich etwas anders aus?
Gruß
U.
Hallo Herr Unternehmer,
…und trotzdem kann man nur das versaufen, was da ist.
Gruß
F.W.
Was da ist, reicht für alle in Deutschland – und sogar noch ein ganzes Stück darüberhinaus!
Man rechne nur mal die Summen zusammen, die jährlich sinnlos verschleudert, in Krisengebiete verschenkt und dort ohne nutzbringende Wirkung vernichtet, hinterzogen, fiskalisch heruntergerechnet, mit angeblichen Auslandsverlusten gegengerechnet, oder einfach im Kofferaum außer Landes gebracht werden.
Ehe wir den Gürtel enger schnallen, sollten wir erstmal die Löcher in unseren Taschen flicken!
Schließlich wird in Deutschland seit sechzig Jahren gearbeitet, daß die Schwarte kracht – und Gewinne gemacht, daß einem schwindelig wird!
Wir sind (trotz struktureller Enthauptungsschläge in Montan‑ und Schwerindustrie, sowie in Land‑ und Forstwirtschaft!) immer noch eine florierende Industrienation und von nicht wenigen beneidet.
Und auch die technische Revolution hat ja nicht zu weniger Gewinnen geführt, sondern zu mehr! Um Größenordnungen mehr!
(Man lese Firmenbewertungen, Jahresbilanzen, gehe auf Aktionärsversammlungen(!!), studiere die Veröffentlichungen in den Börsenblättern und Wirschaftsbriefen und den einschlägigen Veröffentlichungen in den Medien …)
Es ist also nicht so, daß wir hier in Deutschland mit dem Faustkeil herumlaufen und mangelhafte Produktivität zu beklagen hätten …
Es ist also nicht zu wenig da, sondern es ist falsch, weil unzweckmäßig verteilt!
Die zunehmende Schieflage in zahlreichen Gebieten der Wirtschaft, des Sozialen, der Landesverteidigung, sowie der Außenpolitik, des Bildungswesens, des Innovationswesens usw., d.h., die zunehmenden Strukturprobleme auf praktisch allen Gebieten gesellschaftlichen Lebens führen uns dies täglich vor Augen.
Und es fließt zu viel in die Taschen ausländischer Investoren! Weltweit! (Das klingt zwar paradox, ist aber sofort verständlich, wenn man die ungeheuren „Gestaltungsspielräume“ von Globalplayern unter die Lupe nimmt: Hier existiert ein beinahe rechtsfreier, zuimindest im Moment noch kaum demokratisch kontrollierbarer Raum.
(Warum investieren die denn hier?? – Um Mehr als sie reinstecken rauszuholen! Ist ja wohl klar, oder?)
Das Erwirtschaftete landet dann aber nicht selten weder im Lande A, noch im Lande B, sondern in irgendwelchen „Steuerparadiesen“ – neuster Trend: Banken auf in internationalen Gewässern kreuzenden Seeschiffen – Tendenz steigend – oder was meinen Sie, warum Suprschiffe (Schwimmende Städte in Planung sind …
So ein Koloß läßt sich mit ein paar Federstrichen umflaggen – und kein Gesetzgeber der Welt ist auf sowas vorbereitet … Heißt: Völlig neue Schachzüge werden möglich, vor denen jeder Finanzbeamte nur noch kapitulieren kann – wenn er überhaupt jemals erfährt, wie die Dinge wirklich laufen …
Mir sind deshalb inländische Investoren (meistens
) lieber…
Und:
Mir ist der Internationalismus der sogen. „kleinen Leute“ sowieso lieber, als der Internationalismus der Hütchenspieler des ohnehin internationalen Großkapitals!
Da gilt es für die „Kleinen“ noch MASSIG aufzuholen!
Die öffentliche Kontrolle der Regierenden (und damit: Verteilenden!!) durch das Volk (1) findet im Moment aus Lethargie, Unkenntnis, Gutgläubigkeit, Überforderung praktisch nicht statt. Die Regierung und Behörden können innerhalb einer Legislaturperiode praktisch ungehindert (auch verteilerische) Willkür üben, denn das Rechtswesen gaukelt nur Rechtsstaatlichkeit vor, die in praxi aber für den Einzelnen beinahe nicht erreichbar ist, wie unschwer an unseren Rechtsstrukturen zu beweisen ist.
(Die Fälle, die das untermauern sind Legion, diesbezüglich kritische Anmerkungen kamen selbst schon von ehemaligen Bundes –Verfassungsrichtern …)
Parlamentarische Oppositionen begnügen sich mit Gackern bis Schimpfen, weil ihnen selbst gegen eine kaltschnäuzigen Egoismus auslebende Mehrheit verfassungsjuristisch die Hände gebunden sind und sie die außerparlamentarische Arbeit noch nicht so richtig entdeckt haben …
Die derzeitige Form der Demokratie wird zur gesellschaftlichen Gefahr, sobald es politischen und wirtschaftlichen Hütchenspielern gelingt, sich mittels Manipulation der Wählerschaft per Massenmedien, Gerüchteküche, Korruption und Lobbyismus bis in die Parlamente hinein, eine Mehrheit zu sichern …
Darüberhinaus haben wir es heute weder mit einer freien, noch mit einer fairen, noch mit einer Sozialen Marktwirtschaft zu tun, gegen die Regelungswut des Bundesdeutschen Gesetzgebers und der Länder nehmen sich die verknöchertsten Apparatschiks der Stalinära wie Schuljungen aus und die Zahl der zu beachtenden Rechtsvorschriften ist heute um Größenordnungen zahlreicher und verworrener als in finstersten Pseudo-Kommunisten-Zeiten.
) und die gesamte Gesellschaft.
Und:
Das was in den Medien beschönigend wirtschaftlichen „Wettbewerb“ genannt wird, ist in praxi ein gnadenloses Hauen und Stechen, in dem viele Werte sinnlos vernichtet werden und in dem nicht der Beste den Sieg davonträgt, sondern der Hinterhältigste – zum Schaden für den Verbraucher, nicht wenige faire Unternehmen (solls auch geben
(Die einschlägigen Skandale sind jedermann bekannt und dürften nur „die Spitze des Eisbergs“ sein.)
Um dies alles zu kritisieren, muß man nicht einmal unbedingt ein Linker sein (nicht nur der bekannte Reeder aus Hamburg beweist dies
) – es geht selbst der liberalsten menschlichen Vernunft gegen den Strich!
In meinen Augen geschieht derzeit in unserem Ländle himmelschreiender Blödsinn – wenn nicht gar (3) galoppierende Regierungskriminaltiät.
Da man aber aufgrund genetischer Zusammenhänge davon ausgehen kann, daß die Menschen heute nicht kränker oder krimineller sind, als zu früheren Zeiten, müssen es wohl von uns allen selbst geschaffene/geduldete, jedenfalls unzweckmäßige Strukturen sein, die dieses Phänomen der Mißwirtschaft und der sozialen Selbstsabotage einer ganzen Kulturepoche triggern.
So sieht jedenfalls eine untergehende Gesellschaft aus – wer die Texte und historischen Entwicklungen der späten römischen Antike kennt, weiß, was ich meine … (Die Analogien sind jedenfalls verblüffend.)
Die Linke ist also durchaus gut beraten, wenn sie sich einen genauen Überblick verschafft, wieviel in unserem Lande WIRKLICH erwirtschaftet wird, wo es hinfließt und wer die Entscheider und „Stellwerker“ dieser Geldströme sind, wie sie „drauf“ sind, was sie bewegt und von wem sie jeweils abhängig sind. (Ein „dynamisches Netz“…)
)
(Wird nicht ganz einfach, der Filz von Holdings, Treuhandfirmen usw. ist schlichtweg gigantisch – es sind also Leute mit immensem Sitzefleisch gefragt, wenn man sich einen Überblick über diesen Kapital-Schmerbauch verschaffen will, aber es ist nicht unmöglich und der Weg zum politischen Erfolg führt nicht dran vorbei …
Nochmal: Es wird genug erwirtschaftet!
Unbeeindruckte Gelassenheit in der Argumentation gegenüber dem Wehgeschrei der Übersatten ist also durchaus gerechtfertigt!
Natürlich muß über ALLE Summen und Werte gesprochen werden, nicht nur über die, die der Fiskus durch die gesetzliche Brille zu sehen imstande ist. (Stichwort: Internationale Wert-Transfers! Aber auch z.B. : Immobilien-Besitz-Strukturen, Private Monopolisten im Bereich öffentlich unverzichtbarer Dienstleisungen (Fernverkehr, Energie, Wohnungswesen, Sicherheitsgewerbe, „etc. pp.“)
Und nicht nur über die „Vermögen“ der kleinen Leute!!!
Die Linke sollte sich dabei von dem angesichts sozialer Fragen regelmäßig ausbrechenden Jammergeheul derjenigen, die anderen raten, den Gürtel enger zu schnallen und selbst schamlos krankhaftester Habsucht frönen (2), nicht beeindrucken lassen.
Und:
Nur ein Linker, der sich in Buchhaltung, Bilanzen und Betriebswirtschaft PERFEKT auskennt, wird den Knippern und Tricksern wirklich auf die Schliche kommen und in der Lage sein, allzugroßen Schlaumeiern ihre Verfehlungen und Tricksereien auf Heller und Pfennig vorrechnen können!
– oder die zumindest einen Bibliotheksausweis einer einschlägigen Fachbibliothek zu ergattern verstehen – oder einfach Spaß daran haben, in Fachbuchhandlungen zu stöbern (man muß ja nicht gleich alles kaufen, aber ansehen darf man sich ja die Ware …
Und: GEMEINSAM macht das Lernen mehr Spaß! Wo also bleiben die Arbeiterbildungsvereine (mit denen die deutsche Linke ja zwischen 1848 und 1933 schon recht gute Erfolge verbuchen konnte! Warum ein bewährtes Modell nicht modernisieren und wieder in der politischen Bildung, politischen Auseinandersetzung und zur politischen Gestaltung einsetzen??!)
Dies scheint mir seit eh und je ein Schwachpunkt linker Politik zu sein, der eigentlich leicht zu beheben wäre – ich werbe deshalb schon seit langem unter den Linken für Weiterbildung und Freude an der wirtschaftlichen Fachkunde!
Es wird doch wohl noch Arbeitslose geben, die sich eh Umschulen lassen müssen
Fragt
U.
(1(angeblich den souverän
– für meine Begriffe aber reine Sozialromantik, denn die wengisten Leute nehmen offenbar ihre staatspolitische Verantwortung ernst, das mangelhafte, vielfach bestenfalls dillettantische Engagement vieler – selbst schwerst Betroffener! – zeigt dies (hier ist neben Aufklärung auch strukturelles Umdenken nötig, dahingehend, daß absichtlich Unengagierte und gesellschaftlich wie ethisch Gleichgültige auch mit entsprechenden(!) Nachteilen zu rechnen haben) – vielleicht wird dann der Deutsche Michel etwas kregeler und nimmt mal die Schlafmütze vom Kopf …
))
(2) (ich persönlich bezweifle z.B. bei den meisten Managergehältern, Bankgebühren, Wertpapiergebühren, Gewinnmargen bei Börsengeschäften, daß diese gerechtfertigt sind. Mir scheint, wir haben bereits einen gewaltigen Markt von Luftbuchungen aller Art, denen realiter der der Gegenwert fehlt – eine finanzpolitisch gefährliche Situation … (Nur ein schmalesSchlaglicht: die Schleudereinen der „new economy“ –Branche. Ähnliche Tendenzen finden sich m.E. aber auch im Termingeschäft und anderswo. Man erfährt ja nur die mittleren Schleudereien – die kleinen gehen sicherlich im Meldungsdschungel unter, die ganz großen werden wohl vertuscht, um nicht eine Katastrophe auszulösen …)
(3) (es fehlt zur Vollständigkeit der Tatbestände eigentlich nur noch der Beweis des Vorsatzes)
Wollte sagen:
Solange wir immens teure High-Tech-U-Boote in Krisengebiete verschenken können, ist noch genug da!
U.
@Unternehmner!
In Bayern lieben manche Menschen das Komödienstadl, aber welcher „kleine Mann von der Straße“ sprich Ottonormalverbraucher liebt schon das Berliner Lobbyistenstadl?
Mit vielen Ihrer letzten Kommentare haben Sie mir wahrlich aus dem Herzen gesprochen!
Nur ein internationaler demokratischer Sozialismus kann die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen auf der Erde überhaupt verwirklichen.
Der „Widerspenstigen Zähmung des Kapitals“ dürfte eine Unmöglichkeit sein!
Freundliche Grüße aus Oldenburg
Hans-Dieter Wege
Viele Menschen sind der Ansicht:
„Ein unperfekter Sozialismus ist immer noch besser als ein perfekter Kapitalismus.“ Ich bin einer von den vielen und deshalb schließe ich mich auch der Meinung von Hans-Dieter W. zum Teil an. Allerdings, was die letzten Kommentare betrifft, bin ich anderer Meinung. Auch wenn Vergleiche immer hinken, möchte ich zu den vielen und sehr umfangreichen Kommentaren, folgendes Beispiel bringen und die Kommentatoren und auch alle anderen Leser um ihre Meinung bitten.
Beispiel – Vergleich – ausgedachte Geschichte:
*Die Vorgenannten gehen gemeinsam in ein Fünf-Sterne-Restaurant um gut zu Essen und gut zu Trinken. In diesem Zusammenhang debatieren sie darüber, wie man die Gaststätte am besten führen sollte und was man mit dem erwirtschafteten Geld alles machen kann. Nachdem sie sich das Essen und Trinken gut schmecken ließen schreiben sie die Rechnung und rufen den Kellner. Damit er diese zum Geschäftsführer bringt. Verbunden mit der Bitte, dass Chef das Geld für die die Begleichung der Rechnung aus dem Tressor nehmen soll. Schließlich sei ja dort genug drin!*
Verehrter Herr Jakob,
Ihr Vergleich ist m.E. völlig daneben.
Denn es geht nicht darum, daß die Linken das Geld aus dem „Tresor“ für sich selbst haben wollen, sondern es für die wirklich Bedürftigen bereitzustellen einfordern.
Geld, was genau zu diesem Zwecke aus den Taschen der Leistungsfähigen UND aus den Taschen der Bedürftigen selbst (das wird gern vergessen!!) erst eingesammelt wird und das daraufhin bei chronisch Habsüchtigen, aber Unbedürftigen, krankhafte Begierden weckt.
Wer den Unterschied zwischen „versaufen“ und mal eben so ins Restaurant gehen, „um gut zu Essen und gut zu Trinken“ einerseits und der teilweise eklatanten sozialen Not und Bedürftigkeit von mittlerweile Millionen von Menschen (ich habe gerade wieder so einen „Fall“ auf dem Schreibtisch) nicht ohne weiteres auseinanderhalten kann, und wer der Meinung ist, unser Sozialsystem sei auch nur näherungsweise mit einem „Fünf-Sterne-Restaurant“ vergleichbar, der sollte sich vielleicht doch einen anderen Tummelplatz suchen, als linke Politik es ist.
Denn er beweist damit, daß er (absichtlich oder unabsichtlich) schlichtweg keine Ahnung von der sozialen und menschlichen Lage vieler seiner Zeitgenossen hat – oder es fehlt ihm – sollte er gar selbst von sozialer Not betroffen sein, schlichtweg an der ausreichenden Sicherheit seines Urteilsvermögens.
Verehrter Herr Jakob, wenn Sie eventuell meinen, daß Sie zu viel haben und es ihnen zu gut geht, dann steht es Ihnen frei, auf einen Teil davon zu verzichten und anderen, denen es nicht so gut geht davon etwas abzugeben.
Andere sind aber nachweislich DRINGENDST bedürftig!
Ihr Vergleich hat nur insofern etwas mit dem hier diskutierten Thema zu tun, als man die Überschrift des Themenartikels in diesem Falle als Wertung Ihres Vergleiches hernehmen könnte:
„Ohne Bezug zur Realität.“
An Kaffekränzchen aber möchte ich mich nicht beteiligen …
U.
Sehr geehrter Herr Wege,
>“Der “Widerspenstigen Zähmung des Kapitals”“
ist auch vielleicht (!) zunächst garnicht nötig.
Es wäre schon viel erreicht und der Not die Spitze genommen, gelänge es, wenigstens die schlimmsten Exzesse zu vermeiden: Krieg, Staatsterror, Justizwillkür, Behördenzynismus, Steuerbetrug, Verschwendung öffentlicher Gelder, Elitedünkel, gesetzgeberische Hütchenspielerei, aber auch:
Selbstsabotage, Neid, Mißgunst, Verrat der von Ausbeutung Betroffenen untereinander, (mathematischer Terminus: Gefangenendilemma), Nihilismus, echte und zur Schau getragene Depression, Selbstaufgabe, Selbstbezichtigung, oder schlichtweg Untätigkeit aus Faulheit usw.
Ich gebe Ihnen Recht: Letztlich ist Besserung der Verhältnisse in einer globalisierten Welt eher mit globalen Maßnahmen zu erreichen – dies schließt aber kleinstrukturiertere Handlungen, so sie denn auch bezüglich des Ganzen erfolgversprechend sind(!) (nicht: „scheinen“) – nicht aus.
De Bonos Versuche zeigten schon vor vielen Jahren, daß es leicht in einer systemisch-strukturellen Katastrophe enden kann, ändert man an komplexen Systemen (wie z.B. einer ganzen Gesellschaft) Parameter zu schnell und zu stark. (Gescheiterte Revolutionen scheinen dies zu bestätigen – hier ist aber sicherlich noch ‚ne Menge Grundlagenforschung nötig …)
Komplexe Systeme nicht von jetzt auf geich „radikal“ ändern zu können, ohne ungewollt Katastrophen heraufzubeschwören, ist natürlic eine äußerst schlechte, aber sich aus den objektiven kybernetischen Gesetzmäßigkeiten der Natur ergebende Nachricht für alle Notleidenden! Denn sie haben nicht nur ein Interesse, sondern nach den Grundsätzen der Gleichheit auch ein Recht darauf, seitens der Bessergestellten jene Hilfen zu erhalten, die es ihnen gestatten und möglich machen, SICH SELBST aus der Not helfen zu können, ohne Almosenier werden zu müssen.
Genau deshalb(!) haben die Belange der Armen und notleidenden vor denen der in jeder Beziehung Satten IMMER Vorrang zu haben – denn das Leben währt nicht ewig, es ist zynisch, Notleidende auf spätere Zeiten zu vertrösten – hier MUSS SOFORT geholfen werden und dies ohne jegliche Diskussion. Nicht nur aus gelebtem Humanismus gegenüber Notleidenden, sondern auch aus reinem Selbsterhaltungstrieb der Menschheit als Ganzes.
Denn Not kann JEDEN und JEDERZEIT treffen.
Wer dieses simple Grundprinzip nicht begreift, ist nach meinem Dafürhalten entweder infantil‑ unterentwickelt oder geisteskrank, jedenfalls sozial vollkommen inkompetent und deshalb therapiebedürftig.
Die Erkenntnis der existenziellen Notwendigkeit sozial ausgewogenen Handelns von Hominiden ist uns aber nicht angeboren!
Hier haben die Alten unter den mit jeder Generation neu Hinzugeborenen eine permanente Aufgabe der Schulung, Bildung und Erziehung – wie ich meine, ein Feld, das sich die Linke nicht einfach nehmen lassen sollte (auch nicht von „Nationalfakultäten“ und „Eliteuniversitäten“!
Meint
U.
Bitte vergeßt meinen *Vergleich*
und gebt mir ein Feedback zu folgendem Leserbrief:
Zu den diversen Artikeln bzw. zum Thema:
„Staranwalt Rolf Bossi fordert die Todesstrafe“
Staranwalt Rolf Bossi ist ein ganz „schlauer Fuchs“. In Wahrheit geht es ihm doch garnicht darum den Opferschutz zu verbessern. Sondern, es geht ihm doch nur darum, dass er mit seinem Vorstoß „Todesstrafe“ wieder in allen Zeitungen auf der ersten Seite steht. Und das ist ihm ja auch zumindest teilweise gelungen. Schlau wie er ist! Schade, dass ich nicht das Geld habe um ihn für mich als Rechtsbeistand zu gewinnen. Bei ihm wäre ich mir sicher, dass er meine vermeintliche offene Forderung in Höhe von 27,8 Mio Euro erfolgreich gerichtlich geltend machen und einziehen würde. Zumal ich von ihm schon eine diesbezügliche Rechtsauskunft erhalten habe. Die besagt, dass der betreffende schriftlich geschlossene Vertrag nicht nichtig ist. Es brauchte also nur noch der Beweis offen gelegt werden, dass die relativ hoch versicherte Auskunft falsch ist und Basta. Und so wie ich ihn kenne, würde er das auch noch schaffen. Aber leider fehlt mir das nötige Kleingeld um an seine Staranwalts-Tür klopfen zu können. Tja, so ist das mit dem Licht. Einmal brennt´s und einmal nicht.
Hans-Dieter,
ich gebe Ihnen doch in allen Punkten Recht. Aber leider bestimmen nicht die über das Geld, die es dringend brauchen. Sondern die, die es im Überfluß haben.
Und die von uns gewählten Politiker können doch auch nur das verteilen, was die „Heuschrecken“ zur Verteilung an den Staat rüber gereicht bzw. übrig gelassen haben.
Ich wünschte mir doch auch eine andere Situation. Aber wir sind doch hier leider nicht bei „Wünsch dir was!“
Viele im Osten sind auf die Straße gegangen, damit es ihnen nach her besser geht. Doch viele von den Rufern: „Kommt die D-Mark nicht zu uns gehen wir zu ihr!“ sind vom Regen in die Traufe gekommen.
„Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“ bzw.
„Ein begossener Pudel scheut das Wasser“.
Das ist nun mal so!
Hans-Dieter und alle anderen,
bitte gebt mir ein Feedback zu meinen Leserbrief „Staranwalt Rolf Bossi“.
Ich wünsche allen
ein guten Abend
Erhard
Sehr geehrter Herr Erhard Jakob!
Ihr „Vergleich“ basiert wohl eher auf dem Spruch:
„Die Rechnung ohne den Wirt machen!“
Aber nehmen wir doch einmal eine Familie in Deutschland, und ich meine eine intakte Familie mit mehreren Familienmitgliedern.
Bestimmt dürfen doch alle Familienmitglieder, wenn mittags z.B. die Erbsensuppe auf den Tisch kommt davon essen und bestimmt auch jedes Familienmitglied soviel wie es mag.
Bestimmt würde der erwerbstätige Vater nicht zur nicht erwerbstätigen Tochter sagen, du darfst nichts essen oder vielleicht höchstens nur eine Portion o.ä.
Auch würde der Vater bestimmt niemals zu seinem Sohn sagen, du bekommst heute nichts, da du dir eine Sperrfrist der Arge eingefangen hast. Und man könnte noch viele andere Beispiele bringen.
Aber sehr wahrscheinlich würde eine Familie niemals so unsozial oder asozial handeln, wie es die derzeitige Regierung praktiziert!
Freundliche Grüße
Hans-Dieter Wege
Hallo Herr Unternehmer,
Ihre Worte:
„Nur ein Linker, der sich in Buchhaltung, Bilanzen und Betriebswirtschaft PERFEKT auskennt, wird den Knippern und Tricksern wirklich auf die Schliche kommen und in der Lage sein, allzugroßen Schlaumeiern ihre Verfehlungen und Tricksereien auf Heller und Pfennig vorrechnen können!
Dies scheint mir seit eh und je ein Schwachpunkt linker Politik zu sein, der eigentlich leicht zu beheben wäre – ich werbe deshalb schon seit langem unter den Linken für Weiterbildung und Freude an der wirtschaftlichen Fachkunde!
Es wird doch wohl noch Arbeitslose geben, die sich eh Umschulen lassen müssen“
Buchhaltung, Bilanzen und BWL, lieber Herr Unternehmer, das reicht nicht.
Das sind alles buchhalterische Finessen, die kann man wissen, da muß man aber nicht ins Detail gehen, zumal man außerhalb des Unternehmens eher nicht allzuviel damit anfangen kann.
Vielmehr sollten die Linken viel tiefer liegende Fragen stellen. Was ist Geld, woher kommt es? Wer leiht den Banken das Geld? Wer kontrolliert die Geldmenge nach welchen Kriterien: Wer legt Zinssätze fest und wann und warum? Sind die Banken die Ursache allen Unglücks oder nur Wirkung. Wer verdient am Zins? Warum muß zwangsläufig die Politik machtlos gegenüber den Geldbesitzern sein? Setzt der Mensch mit seinen „Fehlern“ die Ursachen oder ist das Geld die Ursache der Ausbeutung, der Kriege, auch der vermeintlich „religiösen“ Kriege?
Über solche und weitergehende Fragen sollte in den von Ihnen geforderten Nachfolgeeinrichtungen der Arbeiterbildungsvereine nachgedacht werden, aber bitte nicht wieder über die Gesamtausgabe der Marx-Engelschen Erkenntnisse.
Freundlichst
F.W.
PS: da Ihr Statement so extrem lang war, kann und will ich aus Zeitgründen nicht auf Jedes und Alles eingehen.
Im Prinzip stimme ich aber in vielen Punkten mit Ihnen überein.
@Unternehmner!
Mit der „Widerspenstigen Zähmung des Kapitals“ meinte ich keineswegs die Überwindung des kapitalistischen System in Deutschland oder auf der Erde.
Ich glaube ihrem letzten an mich gerichteten Beitrag einen Irrtum bzw. Missverständnis
heraus gelesen zu haben.
Sicherlich wäre es schon mal ein Anfang, ließe sich das Kapital zähmen. Aber wie soll so etwas realistisch funktionieren?
Nochmals freundliche Grüße
Hans-Dieter Wege
@Hans-Dieser Wege
>“Aber wie soll so etwas realistisch funktionieren?“
Es funktioniert ja – nur eben in die falsche Richtung.
Wir tragen, wenn wir kaufen, unser Geld offenbar zu den falschen Leuten, bieten den falschen Leuten unsere Arbeitskraft an (deshalb habe ich mich irgendwann selbständig gemacht) lassen uns im Wahlkampf von Wortgetöse und Honigversprechungen blenden, statt die Kandidaten nach bereits Geleistetem zu fragen und beharrlich nachzuhaken!
Wir können keinen anderen Menschen auf direktem Wege ändern.
)
Wir können ihm aber die Gefolgschaft verweigern, wenn wir erkennen, daß er Schaden stiftet und unser „eigenes Ding“ machen. (Was natürlich nicht automatisch eine Garantie dafür ist, daß wir es besser können. Aber versuchen kann man’s wenigstens, oder?
So steht es ihm dann frei, weiterzumachen wie bisher, oder seinerseits sein Verhalten zu ändern.
Ich wundere mich immer darüber, daß auch jene, die richtigerweise erkannt haben, daß die Reichen immer reicher werden, letztlich doch bei ebendiesen Reichen einkaufen und nicht bei Tante Emma an der Ecke, die den Umsatz dringend zum Überleben bräuchte.
Warum tun sie dies?
Weil sie i.d.R. nur nach dem Preis und nicht nach dem dafür erhältlichen Gegenwert fragen.
Was nützt mir denn ein „billiges“ Produkt, wenn der Hersteller mein gesamtes Lebensumfeld ruiniert?
Ist es nicht wirtschaftlicher, juristischer, politischer und ökologischer Selbstmord, bei Heuschrecken einkaufen zu gehen oder sich bei ihnen zu bewerben?
Oder sind die meisten von uns nicht vielleicht doch nur so lange gegen Heuschrecken, solange sie selbst nicht dabeisein können???
Schaue ich mir den Anbieter nicht genauestens an, zahle auf den vermeintlich billigen Preis an anderer Stelle das Zehnfache drauf: Mit dem Verlust meiner Lebensqualität, Zukunftsperspektive, Wahlmöglichkeit, sozialen Sicherheit, politischen Einflußmöglichkeit usw.
„Hochprofessionellen“ Anbietern stehen – das möchte ich mal jetzt ein wenig überspitzen – völlig uninformierte, gutgläubige und ungeschulte Endverbraucher gegenüber: Selbst noch für platteste, plumpeste Werbung empfänglich wie die Kinder.
Der landläufige Unternehmer fragt aber eben nicht so Tiefschürfendes, welche Bedeutung das Geld habe, oder dieses und jenes aus obigem (durchaus zutreffenden) „Weise’schen Fragenkatalog.“ Er setzt sich hin und kalkuliert. Kleinlich bis auf das Hundertstel Pfennig (Ist kein Witz.)
Der Verbraucher tut i.d.R. beinahe nichts dergleichen – und gerät so in die marktstrategische Defensive.
Ein Dilemma, denn so verliert der Verbraucher gleich zweimal:
Zuerst als für den Unternehmer produzierender Arbeiter und dann gleich nochmal:
Als (sein eigenes Produkt kaufender) Endkunde.
Die Spielregel lautet: Wer genauer kalkuliert, gewinnt, der andere verliert.
Der kleine Mann kalkuliert aber nicht umfassend und nicht genau genug – das ist sein Fehler.
Der kleine Mann ist deshalb gezwungen, sich einreden zu lassen, er könne auch dann noch existieren, wenn er seine Arbeitsleistung für einen symbolischen Euro hergibt.
Was meinen Sie, was los wäre, wenn man an Unternehmer die gleiche Forderung stellte, nämlich ohne Ansehung der Qualität und Menge des Produktes, dieses für einen symbolischen Euro anzubieten?
Ich denke: Der Teufel wäre los!
Warum?
Weil der Unternehmer dem kleinen Manne sofort vorrechnet, daß dies nicht geht.
Kann der kleine Mann ihm aber vorrechnen, daß es nicht geht für einen Euro zu arbeiten?
Nein. Kann er nicht. Nicht etwa, weil es für den Arbeiter betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre, für einen Euro zu arbeiten, sondern, weil er so weit noch garnicht drüber nachgedacht hat und deshalb nicht die gleiche Konsequenz und Zielklarheit bei der Verfolgung seiner pekuniären Ziele an den Tag legen kann, wie der Kaufmann.
So genügen ein paar hohle Versprechungen halbseidener Politiker, oder Werbefachleute (was beinahe dasselbe ist
) und schon geht der kleine Mann hin und glaubt allen Ernstes: „Na, es wird schon so schlimm nicht werden.“ „Die werden sich das schon richtig überlegt haben.“
Und es wird schlimm!
Und sie haben sich nichts(!) wirklich überlegt, sondern probieren frech feixend und unbedarft wie Schuljungen einfach aus, wie weit sie es mit dem Arbeiter noch so treiben können.
Weil sie die Bilanz – im Gegensatz zum Arbeiter – GENAU kennen und nicht nur ungefähr.
Sie haben das Kleingedruckte nicht nur gelesen – sondern selbst verfaßt!
Das macht den Unterschied.
Sie wissen, daß es sich lohnt, auch noch sekundengenaue Toilettenzeiten festzulegen.
Ja, heilige Einfalt, warum denn „die“?? ER, der Arbeiter SELBST, sollte es sich überlegt, durchgerechnet, mit anderen besprochen und abgeglichen haben, was sich FÜR IHN lohnt und was nicht.
Er sollte auf das Schweigegebot bezüglich der Löhne pfeifen – schließlich leben wir in einer Marktwirtschaft, wo die übrigen Preise öffentlich auf den Tisch kommen müssen warum nicht auch der Preis fürArbeit? – und sich informieren:
Marktforschung sollte kein Privileg der Unternehmer sein!
Auch ist es ein Unterschied, ob ein Millionär oder ein armer Schlucker sich auf den Fußballplatz stellt.
Der Millionär könnte es sich leisten! Wen aber sieht man auf dem Fußballplatz? Diejenigen, die sich besser zu Hause mit ihrer Familie zusammensetzen und Pläne schmieden – und REALISIEREN – sollten, nämlich: Ihre eigenen Pläne! Ihre EIGENE Vorstellung vom Leben ausleben, ihre EIGENEN Aufgaben erfüllen, statt nächsten Montag wieder von Vorgesetzten Befehle entgegenzunehmen.
Die Reichen werden immer Reicher, die Armen immer ärmer! Jadoch! Und der Fußballplatz ist das Symbol dafür: Das Einkommensgefälle zwischen den Akteuren auf dem Rasen und jenen auf den Zuschauerrängen spricht Bände!!
Dennoch tragen die Armen das Geld freiwillig zu den Reichen! Ist das Krankheit??
Und während die einen sich um ein Spiel die Kehlen aus dem Leib brüllen, sitzen die anderen zu Hause auf der Terrasse ihrer Villa und kalkulieren durch, wie sie den „Brüllern“ nachher auch noch das nach der Eintrittskarte verbliebene Geld abluchsen können: Mit Merchandising (die Katholische Kirche nennt es Devotionalienhandel
), Erhöhung der Rundfunkgebühren, Sportzeitschriften, usw.
Die Händler von Medienrechten „verdienen“ mit dem Gegröhle auf den Fußballplätzen Millionen – während diejenigen, die ohnehin nicht viel zum Leben haben, noch freiwillig draufzahlen – für eine teure Eintrittskarte und ein Wochenende Heiserkeit
.
Wo ist da der Betriebswirtschaftliche Sinn?
WILL am Ende der arme Mann arm sein???
Wenn jemand schon beim Arbeitsprozeß gezwungen ist, infolge Ausbeutung einen nicht geringen Teil seiner Lebensleistung ohne angemessenen Gegenwert dahinzugeben – warum in Dreiteufels Namen geht er dann noch hin und kauft von seinem Ausbeuter auch noch das Produkt zu einem für den Anbieter gewinnbringenden, ihn selbst aber zum zweiten Male übervorteilenden Preis??!!
Warum dreht er den Spieß an dieser neuralgischen Stelle des Wirtschaftskreislaufes (der eher ein Aderlaß ist) nicht einfach um und verweigert die Vollendung der Ausbeutung: Den Kaufakt.
Es steht jedem Kunden frei, nur und ausschließlich bei gemeinnützigen Firmen zu kaufen.
Und selbst welche zu gründen, wo diese noch fehlen.
Man kann das Kapital nicht zähmen, wenn man es gleichzeitig durch eigenes, falsches Kaufverhalten selbst auf das Schärfste anfeuert.
Denn das Kapital nährt sich hauptsächlich durch das Kaufverhalten seiner Kunden.
Zeigt man dem Kapital die kalte Schulter, verweigert man ihm und seinem Spielzeuggeld die Akzeptanz, indem man so wählerisch mit seinem Händler umgeht, wie dieser beim Einstellungsgespräch eines Mitarbeiters‑ dann MUSS sich das Kapital selber zähmen – weil es sonst außen vor und wertlos ist.
Das wäre doch mal was:
Der kleine Mann nimmt sich den Test‑ und Fragenkatalog seines letzten Einstellungsgespräches zu „seinem“ Autohändler mit und macht den Kauf des Neuwagens von der Beantwortung der Fragen durch den Autohändler abhängig: Kauf nur bei bestandenem Test.
„Worin sehen sie Ihre Aufgaben uns gegenüber?“
„Welche Gewinnvorstellungen haben Sie?“
„Ist Ihre Serviceabteilung durch Schwangerschaften und Weiterbildungsurlaube beeinträchtigt.“
„Warum wollen sie ausgerechnet an mich ein Auto verkaufen?“
usw. usw.
Die blöden Gesichter der Autohändler, Grünwarenkrämer, Versicherungsmakler, usw. möchte ich sehen!
Absurd, nicht?
Und dennoch unterziehen sich jene, die dies zu Recht absurd finden, umgekehrt mit der stoischen Gelassenheit eines Schafes den absurdesten, ja entwürdigendsten Einstellungstests, statt dem an überzogenen Erwartungen durchgeknallten Arbeitgeber zu sagen: „Nee, lassen ‚se mann – ick ziehe meine Bewerbung zurück un mach ab jetz meen eegenes Ding.“
Dies geschieht aber in den seltensten Fällen.
.
Die meisten von uns blöken willig und ohne nach dem Warum zu fragen, die von ihnen erwarteten Antworten – und wundern sich dann noch, daß es Menschen gibt, die über sie ein „Hirtenamt“ ausüben
Warum dieses Verhalten?
Weil es mittlerweile ein Heer von Menschen gibt, die nicht selber schuld sein wollen, wenn ihre Kasse leer ist.
Die den Unternehmer in der Rolle des Schuldigen benötigen und dafür bereit sind, ihm einen hohen Preis zu zahlen.
Dabei wäre mit entsprechnder Kreativität ausuferndem Geschäftemaschertum durchaus 1 : 1 beizukommen:
Z.B. wäre die gerechte Antwort auf eine „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ der „Arbeiter mit beschränkter Haftung“!
Auf das „Wir sind nicht auf Sie angewiesen.“ eines Vorgesetzten, ein beherztes „Wir auf Sie auch nicht.“ (Das sollte dann aber auch stimmen!
Warum nimmt der Angestellte beim Zustandekommen eines Beschäftigungsvertrages seinen Chef nicht genauso streng unter die Lupe, wie dieser ihn??
Klar doch – dann würde dieser jemanden andern einstellen.
Aber:
„Soll er doch! Irgendeinen Deppen, der keine Ahnung hat. – Den guten Facharbeiter bekommt er aber nicht zum Nulltarif – aus Prinzip“:
Auch Bauern gießen die Milch lieber weg, als sie unter Wert zu verramschen.
Das sollte unter Hartz Ⅳ Empfängern nachdenklich machen. …
Auch sie können lieber gratis im Stadtpark Kindern das Radfahren beibringen, als für einen Euro für die Stadt Laub rechen.
Im Grunde kann man Hegel zustimmen, der postulierte, jedes Volk habe die Regierung, die es verdient.
Feiglinge bekommen einen Tyrannen vorgesetzt, Dummköpfe einen Trickser, wagemutige Männe einen verläßlichen Helden – Lessings Frösche eine gefräßige Wasserschlange.
Warum?
Wir leben in einer Welt der Wechselwirkungen.
Wenn diese Lehre in den Schulen verschwiegen wird, dann sollten eben, statt zum Fußball zu gehen, die Väter ihre Kinder beiseite nehmen, und sie lehren, wie auf diesem Planeten der Hase läuft.
Es ist andernfalls sicherlich nicht angenehm, als alter Mensch mitansehen zu müssen, wie der eigene Nachwuchs aus Unkenntnis über den Tisch gezogen wird und/oder ins Verderben läuft…
Will er das Kapital bändigen, muß der kleine Mann zunächst seine eigenen Unarten bändigen, die ihn für die Machenschaften der Habgierigen immer und immer wieder anfällig machen und ihn selbst dort freiwillig diesem „ans Messer“ liefern, wo dies eigentlich von ihm vermeidbar wäre.
Soweit mein Pamphlet gegen Selbstsabotage.
Kürzer gings nich
U.
>“Kürzer gings nich …“
Bei MIR nicht! ;-(
Fällt mir (leider zu spät) ein:
Bei Erich Kästner gings schon und zwar bedeutend kürzer:
„Was auch geschieht, nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht –
auch noch zu trinken!
(Aus dem Gedächtnis zitiert)
Ja, DAS ist eben (Ver‑) Dichtung (des Inhalts auf das Wesentlichste …)!
U.
@ Unternehmer!
Leider ist es doch wohl heute schon so, und zwar aufgrund einer asozialen Gesetzgebung, dass der So genannte kleine Mann, sprich Erwerbslose sich praktisch gar nicht mehr wehren kann.
Wer will schon freiwillig einen 1 Euro-Job annehmen? Aber die Menschen werden doch dazu gezwungen.
Beim Einkauf sind es doch gerade die finanziell schlechter gestellten Menschen, denen gar nichts anderes übrig bleibt, als auf preiswerte Produkte zurückzugreifen. Auch hier machen es die Menschen nicht unbedingt freiwillig, wenn sie auf „Billigfraß“ zugreifen.
Bei der Versorgung mit Haushaltsernergie ist es doch noch schlimmer. Die Konzerne diktieren die Preise, berufen sich auf immer höhere Einkaufspreise, (die sie allerdings nicht öffentlich machen) und erhöhen ständig die Bezugspreise. Seltsamer Weise sind allerdings seit 2000 die Gewinne sprich Aktienwerte explosionsartig gestiegen
Der „Widerspenstigen Zähmung des Kapitals“???
Leider prägt auch wohl das SEIN das BEWUSSTSEIN!
Gerade im Zusammenhang mit der Versorgung mit öffentlichen Gütern wird man wohl als Linke nicht auf die Anstrebung einer Verstaatlichung herumkommen.
Das mit der Zähmung des Kapitals ist in meinen Augen pure Illusion!
Mit freundlichen Grüßen
und für einen internationalen Sozialismus
Hans-Dieter Wege
Wir (du und ich) haben doch 1989⁄90 den Sozialismus zum Teufel gejagt und wollten doch unbedingt den Kapitalismus. Ich höre doch noch die Rufe: „Kommt die D-Mark nicht zu uns – gehen wir zu ihr!“ Niemand wollte die Kehrseite der Medaillie sehen! Jetzt haben wir eine „harte Währung“ und das paßt uns auch wieder nicht. Was wollen wir eigentlich? Ich kann es euch sagen:
„Wir wollen immer das, was wir gerade nicht haben!“
Gefühlsmäßig befinde ich mich – bzw. wir uns – gerade in einer Art „Weimarer Republik“. Gott möge uns davor beschützen, dass wir vor einem „Zweitausendjährigen Reich“ stehen. Bis zum 30. Januar 33 und dem 8. Mai 45 ist nicht mehr lang hin. In diesem Fall würden wir uns sicher wünschen, dass wir wieder in eine Art „Weimarer Republik“ zurück könnten.
Ich wünschte mir auch statt des Kapitalismus lieber den Sozialismus. Ich wünschte mir auch, dass die Richter nach Recht und Gesetz und insbesondere nach der Beweislage urteilen. Doch leider urteilen sie nach der Finanzlage der entsprechenden Rechtsuchenden. Und, dass in diesem Fall die „Heuschrecken“ vor Freude drei Meter hoch springen und die Hartz 4 Empfänger und die Niedriglöhner beschissen dran sind, wissen wir alle.
Gerade deshalb bitte ich euch ja, schaut auf meinen Beitrag „Glaubwürdigkeit der Politiker“ bei „direktzu.de/platzeck“ und stimmt mit ab. Beziehungsweise stellt euch bei dem „Tau-Ziehen“ auf eine Seite und zieht kräftig mit.
Stellt euch nur mal vor. Es kommt heraus, dass ein Richter ein Gerichtsprotokoll gefälscht hat. Und der Justizminister hat dieses gefälschte Gerichtsprotokoll für richtig beschieden. Wenn diese Sache ans Licht der Öffentlichkeit kommen würde, hätten die betreffenden Gerichtsprotokollfälscher und Hehler nun wirklich nichts zu lachen.
Aber wir kleinen „David´s“ könnten uns freuen, weil wir einen großen „Goliath“ in die Knie gezwungen haben.
Bis dahin ist zwar noch ein weiter Weg. Aber mit Sicherheit ist es kein Holzweg sondern eben nur ein langer Weg.
@ Erhard Jakob!
Sie Schrieben: „Wir (du und ich) haben doch 1989⁄90 den Sozialismus zum Teufel gejagt und wollten doch unbedingt den Kapitalismus.“
Ich komme ja aus dem Westen Deutschlands und daher trifft der obige Satz auf mich wohl nicht zu.
Bis 2004 war ich selbst, politisch vollkommen uninteressiert. Das hat sich dann aber mit der Agenda 2010 und Hartz Ⅳ schlagartig geändert.
Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Menschen der EXDDR sich unbedingt den Kapitalismus wünschten. Sie wollten wohl eher den von oben bestimmenden „Staatssozialismus“ überwinden und wünschten sich bestimmt ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung.
1989⁄1990 hat bestimmt noch niemand damit gerechnet, dass die Soziale Marktwirtschaft beendet wird und durch einen ausufernden Kapitalismus ersetzt wird.
Genannt wird das Ganze allerdings der „Vorsorgende Sozialstaat“!
Dieser Begriff ist in meinen Augen allerdings an Ironie mit nichts zu übertreffen.
Allerdings bin ich auch der Meinung, dass ein Sozialismus nur international funktionieren kann, und deshalb sollten die Menschen im ganzen Europa darauf hinarbeiten, hin zu einem freiheitlich demokratischen (basisdemokratischen) Sozialismus!
Freundliche Grüße
Hans-Dieter Wege
@ Hans-Dieter Wege,
wenn ich ehrlich sein soll, dann muss ich sagen, dass ich mich mit Ihnen viel lieber über die Nichtaufklärung des Sachverhaltes „vermeintlich gefälschte Gerichtsprotokolle“ und den Leserbrief zum Thema
„Staranwalt Rolf Bossi fordert die Todesstrafe“
ausgetauscht hätte. Anstatt darüber zu debatieren, ob Sie im Westen oder im Osten groß geworden sind. Und wieviel Schuld sie und ich an der gegenwärtigen Situation haben.
Frau Dr. Angela Merkel reist nach China um sich dort für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen.
Doch wer setzt sich dafür ein, dass die Menschenrechte in Sachsen bzw. in Deutschland eingehalten werden?
Wenn du und ich „also wir“ uns bei begangenen Menschenrechtsverletzungen an unseren nächsten Mitmenschen stumm, taub und blind stellen, dann werden wohl die Menschenrechtsverletzer schon gewonnen haben.
Ich schließe mit den Worten von Charles Montesquieu:
„Die einem einzelnen zugefügte Ungerechtigkeit ist ein Bedrohung für alle“.
Ich habe noch zwei ganz konkrete Fragen an Sie:
1. Interessiert es Sie, ob der Justizminister von Sachsen das Parlament mit gefälschten Gerichtsprotokollen getäuscht hat oder nicht?
2. Falls „Ja“, wollen Sie ein öffentliches Interesse bekunden, dass die sehr schwer wiegenden Anschuldigungen aufgeklärt werden oder nicht?
@ Erhard Jakob!
Natürlich interessiert es mich, ob ein Justizminister von Sachsen das Parlament mit gefälschten Gerichtsprotokollen getäuscht hat oder nicht. Ich möchte persönlich nicht zu den Menschen gehören, die aus der Rechtstaatlichkeit die Rechtsunsicherheit in einem Staat herstellen!
Siehe diesbezüglich auch meinen nachfolgenden Beitrag bei:
http://www.direktzu.de/platzeck/messages;list_expanded
Von Hans-Dieter Wege
Thema Sonstiges
Am 13. Juni Anliegen
Wird aus Rechtstaatlichkeit die Rechtsunsicherheit?
Hans-Dieter Wege 26129 Oldenburg, den 13.6.2008
Sehr geehrter Herr Platzeck!
@Hans-Dieter Wege,
klar kenne ich Ihre Anfrage an Platzeck. Nur habe ich erhebliche Zweifel, dass die Antwort, Sie, mich und alle anderen Justizopfer weiter bringt.
Meiner Meinung nach sollten wir gemeinsam nach Journalisten, Politikern und Rechtsanwälten suchen, die sich auf ihre Fahne geschrieben haben:
„Das kann nicht sein, dass so eine Sache totgeschwiegen wird. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die offenkundigen Widersprüche und sehr schwer wiegenden Anschuldigungen – ohne Ansehen der Person – aufgeklärt werden.
Und nicht einmal der Schatten eines Verdachtes zurück bleibt.“
Leider habe ich bis heute nur Menschen gefunden die hinter vorgehaltener Hand gesagt haben:
„Ich werde mich nicht dafür einsetzen, dass die Sache aufgeklärt wird. Schließlich muss auch ich mich nach dem Übergesetz richten:
*Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!*
Sehr geehrter Herr Jacob!
2005 habe ich sehr wohl jemanden gefunden, überaus prominent und überhaupt nicht auf Geld angewiesen, der sich trotzdem mit allen politischen Mitteln für die Soziale Gerechtigkeit, für die Hartz IV-Betroffenen und für die benachteiligten Familien in Deutschland einsetzt. Er ist mein absolutes Vorbild, nur das ich ihm leider niemals das Wasser reichen kann.
Daher stimmen Ihre Erfahrungen Gott sei Dank nicht mit meinen überein!
Aber die Opportunisten und Lobbyisten sowie die Winkeladvokaten sehe ich genau wie Sie als großes Problem in unserem Land.
Übrigens: „Wie sieht es eigentlich zu Ihrem Anliegen mit den Verjährungsfristen aus?“
Gruß
Hans-Dieter Wege
Im Grundgesetz stand, daß nach der Vollendung der Wiedervereinigung sich das deutsche Volk IN FREIER SELBSTBESTIMMUNG eine neue Verfassung geben würde.
DAS war der Grund, die Wiedervereinigung anzustreben. Denn eines war klar:
Weder die Verfassung der DDR, noch das Grundgesetz Westdeutschlands waren WIRKLICH vom deutschen Volke in freier Selbstbestimmung erarbeitet worden – das war zu ihrer Entstehungszeit schlichtweg nicht möglich – Abhilfe davon tat und tut Not‑ im Namen und im Interesse der langfristigen Erhaltung der Demokratie und: Der völkerrechtlichen Stabilität in Europa.
Daß uns unsere eigenen Politiker um diese seit 1990 dringend überfällige Verfassung betrügen würden, konnte bis 1990 niemand ahnen.
Weil:
Diese Haltung ist langfristig politischer Selbstmord. Für so dumm konnte man bis dato niemanden halten.
Weiters:
.)
Was wir im Osten aufgaben, war kein Sozialismus. Nach den Kriterinen der Marxschen und Leninschen Lehren – konsequent angewandt – war das bestenfalls (haben wir als Studenten heimlich analysiert): Eine „sowjetfaschistische Militärdiktatur“: (sowjet –>“rätedominiert“ – faschistisch –>am weitesten reaktionär (“Betonköpfe“) – Militärdiktatur → militärische Belange haben absoluten Vorrang vor zivilen (so war die ganze Wirtschaft ausgerichtet: brauchten z.B.die Sowjetarmee mal ein paar Waggons voll Käse „außerplanmäßig“- dann wurde eben das Halbjahres-Planerfüllungssoll einer ganzen Molkerei verladen – und in der HO und im Konsum gab es dann monatelang in der betreffenden Region, die diese Molkerei versorgte, keinen Käse –es war ja alles „geplant
NEIN! Es war definitiv KEIN Sozialismus! Was wir aufgaben, war lediglich ein ohnehin gescheiterter SozialismusVERSUCH, der schon von vornherein so verkorkst war, daß von da aus das Ziel eines wirklichen Sozialismus nicht mehr erreichbar war. Das war, so denke ich, in den Köpfen der DDR-Bevölkerung – mehr oder weniger bewußt sicherlich – als Erfahrungstatsache vorhanden – insofern hatten wir nicht viel aufzugeben.
Daß die Wiedervereinigung zunächst eine kleinen Rückschritt bedeuten würde, war klar, daß er aber SO KATASTROPHAL ausfallen würde – auch das konnte niemand wirklich ahnen – denn man konnte davon ausgehen, daß auch der Westen inzwischen begriffen hatte, daß das kapitalisitsche System auf den letzten Loche pfeift und daß es Zeit sei, zu vernünftigeren und zeitgemäßeren Lösungen weiterzuschreiten – und dabei die Erfahrungen aus dem jeweils anderen Teil Deutschlands als natürliches Regulativ für eigene Irrtümer zu begreifen.
Mit dieser ungeheuren Arroganz westlicher Ideologie aber, konnten gerade die Menschen im Osten, die gerade teilweise in atemberaubender Weise über ihren eigenen Schatten gesprungen waren, nicht rechnen – sie war ihnen völlig fremd.
(Günter Grass sprach später sinngemäß von Sozialismus und Kapitalismus als den beiden mißratenen Kindern der europäischen Aufklärung …
(btw: Auch er ist übrigens offenbar nicht in der Lage (oder nicht willens?), die Idee des Sozialismus und diesen verunglückten DDR-Versuch historisch sauber auseinanderzuhalten…))
Und in der Tat: Mangelndes historisches differenzierungsvermögen schadete nicht nur den östlichen Betonköpfen:
Die USA hatten 1990 praktisch die Weltherrschaft – und haben sie aus dem gleichen Grunde verspielt:
Hätten auch sie 1990 eingelenkt und von ihrer nunmehr obsoleten, aggressiven Politik gegen den kleinen Mann, pardon: gegen das Schreckgespenst des Bolschewismus, gegen „das Böse“
, weltweit abgelassen – die Völker dieser Erde hätten ihnen auf tausend Jahre „aus der Hand gefressen“ – so aber wollten sie unbedingt neben der Weltherrschaft auch noch die Unterwerfungsgeste – und haben sich seit 1990 praktisch sämtliche Bevölkerungen der Erde (bei den Regierungen sieht es vielleicht dank gewährter Vorteile etwas anders aus) zum Feind gemacht. Wie das langfristig, ja schon mittelfristig ausgehen wird – dies zu ahnen, muß man kein Prophet sein …
Ich glaube nicht, daß die Menschen der DDR „unbedingt den Kapitalismus“ wollten, oder wollen.
? ) Das ist aber auch ein bissel angeboren: Hominiden sind als potentielle Beutetiere schon von ihren Genen her Opportunisten.
Den meisten dürfte das politische System, in dem sie leben, damals wie heute schnurz sein – solange sie selbst gut leben können. Das ist das einzige Kriterium: Gut zu leben.
Die meisten der Ausgebeuteten haben überdies nach der täglichen Arbeit weder Kraft, noch Zeit, noch Lust, sich um viel mehr zu kümmern, als um sich selbst. (Wer nimmt sich unter Kapitalismusbedingungen schon noch als soziales, geschweigedenn gesellschaftliches Wesen wahr
Schon Bismarck wußte: 3 % Lohnerhöhung – und die Sozialdemokratie bricht in sich zusammen.
Die Geschäftemacher von heute scheinen das vergessen zu haben und legen’s nun drauf an …
Das eigentliche Problem liegt auf einer anderen Ebene: Jahrtausendelang hat eine Handvoll Macht-Wahnsinniger den Rest der Menschheit unterdrückt – das technologische Gefälle ausnützend – die einen hatten Metalle – die anderen nicht. Basis von Unterdrückung ist stets nichts anderes als brutale Gewalt in Verbindung mit Technologie und Skrupellosigkeit (natürlich alles gut verbrämt und so aufbereitet, daß die große Masse der infantilen Gemüter noch glaubt, sie würde von den Unterdrückern beschützt
)
Das Problem nun: Die Menschheit ist seit einigen Jahrzehnten technisch in der Lage, sich mehrfach selbst zu vernichten (und das nicht nur mit Atomwaffen!), d.h., die Gewaltpotentiale, die Jahrhundertelang der Unterdrückung dienten, ohne aber in der Lage zu sein, die Unterdrücker selbst nennenswert zu gefährden, beginnen nun mehr und mehr ein gefährliches Eigenleben zu entfalten, das nun auch ihre Urheber selbst bedroht.
Ein System, das täglich mehr und mehr Menschen produziert, die nichts mehr zu verlieren und nichts mehr zu gewinnen haben (1) gerät überdies hinsichtlich seiner Akzeptanz unter der Masse der Bevölkerung über kurz oder lang an seine statistische Kippschwelle, nach deren Überschreiten es kein Zurück mehr gibt (wer’s nicht glaubt beschäftige sich eingehend mit dem Untergange der Römer, der Inka und der Azteken). „Liewer dood as Slave.“ hieß es zwar auch früher schon, doch diese Erlösung von der Sklaverei im Tod war bestenfalls nur der eigene Tod, allerhöchstens ein räumlich und zeitlich begrenzter Aufstand, der schnell niedergeschlagen werden konnte.
Ob dies aber auch zukünftig, unter den Bedingungen der Globalisierung noch möglich sein wird – genau das macht den „Strategen“ von heute seit Jahren Kopfzerbrechen.
Deshalb laufen die Geheimdienst‑ und Propagandamaschinerien auf Hochtouren, deshalb wird so eifrig „Konfliktforschung“ betrieben – weltweit.
Der Machbarkeitswahn gibt sich niemals geschlagen!
Der Arm immer größer werdender sozialer Schichten, die mittels völliger Hoffnungslosigleit demotiviert, sich nur noch die Erlösung ihrer Qualen und die Befreiung von einem lebensunwerten Leben ohne Glück wünschen (man studiere die Entwicklung der Selbstmordraten …) reicht in einer technisierten Gesellschaft aber heute eben auch so weit, daß auch diese(!) armen Tröpfe strukturelle und/oder technologische Potentiale in Bewegung setzen könnnen, die nicht nur sie selbst, sondern – anders als früher – auch ihre Peiniger – und das Heer der sozial abgebrühten und Kaltschnäuzigen mit hinwegfegen können.
(Man betrachte nur den Argwohn, mit dem die Besitzenden globale Wanderungsbewegungen zu kontrollieren und einzudämmen suchen.)
(Auch dürfte es insofern angeraten sein, den Begriff des Terrorismus genauer und differenzierter zu untersuchen als bisher und vor allem die beiden Elemente, die erst zusammengenommen die „kritische Masse“ bilden können, auseinanderzuhalten: Einerseits eine Handvoll Leute mit „nicht geringer“ krimineller Energie und andererseits ein riesiger Pool von Menschen, die infolge kompletter Hoffnungslosigkeit mehr und mehr „zu allem entschlossen und bereit“ und damit empfänglich für Manipulationen aller Art sind.)
Es entsteht mit der Globalisierung also für die vermeintlichen Nutznießer dieser Entwicklung gleichzeitig ein Risikopotential, das all ihre Träume, von heute auf jetzt, wieder in Frage stellen kann.
Und dies ist ein Potential, derart unkontrollierbar, ausufernd und (man rechne sich nur mal die Eckdaten zusammen) zur Eskalation neigend, daß sich dagegen die rüdeste Revolution wie eine Büßerprozession ausnehmen würde.
Es dürfte auf der Hand liegen, daß weder Ausbeuter, noch die Ausgebeuteten selbst, sich eigentlich(!) so eine – letztlich in völliger Destruktion endende – Entwicklung, ein derartiges „strukturelles Inferno“ wünschen können.
Es dürfte deshalb eine nicht zu unterschätzende Aufgabe vernünftiger linker Politik sein, die Urheber dieser Misere, jene Kräfte, deren Habsucht, Arroganz, Machbarkeitswahn und systemische Gewaltbereitschaft mittlerweile jegliches Vorstellungsvermögen sprengt, noch rechtzeitig zum Einlenken und zum Ablassen von jenen Maßnahmen, die die Eskalation vorantreiben, zu bewegen.
Hier gilt es jetzt klarzustellen: Ich rede NICHT von einer mutwilligen Eskalation, die von irgendwelchen „Revoluzzern“ vorangetrieben wird, sondern ich rede von einer Eskalation, wie sie als Eigendynamik in komplexen Systemen als Phänomen übergrenzwertiger Deregulation nicht selten auftritt, wie von de Bono u.a. schon vor vielen Jahren, wenn auch in anderen Zusammenhängen, nachgewiesen wurde.
Während Revolutionen und Aufstände hinsichtlich ihrer zerstörerischen Folgen eventuell noch beherrschbar sind, ist es das Wesen solcher „systemischen Entgleisungen“, daß sie – einmal in Gang gekommen, mit kybernetischer Zwangsläufigkeit erst mit der Vernichtung des ganzen Struktursystems und seiner Funktionalität zum Auslaufen kommen.
Dies kann sich (gerade angesichts der immensen Verflechtung und gegenseitigen Abhängigkeiten gerade der angeblich so „hochzivilisierten“ Länder) niemand ernsthaft wünschen.
(Es sei an dieser Stelle erneut auf die Arbeiten de Bonos zum Themenfeld „Dynamik komplexer Systeme“ hingewiesen …)
Insofern ist es – und damit zurück zum „topic“ – schon beinahe egal, ob das eine oder andere Gerichtsprotokoll gefälscht ist, oder nicht, ob irgendeine Rente ein paar Prozent höher oder niedriger ausfällt:
) – es ist erst die Vielzahl und funktionelle Vernetzung derartiger Vorgänge und Ereignisse, im soziologischen Bereich manchmal auch nur der Umstand, daß Personen, die strukturelle „Knoten“ sind (wissentlich oder unwissentlich) derlei Vorgänge prinzipiell für möglich halten (seien sie beweisbar oder nicht – dies spielt strukturdynamisch gar keine Rolle), die das Gesamtsystem von innen heraus bedrohen und möglicherweise zum Einsturz bringen.
Die Dynamik komplexer Systeme hängt nicht zwangsläufig von nur einem einzelnen Element ab (gleich dem berühmten Schmetterling, der, in Afrika mit einem Flügel schlagend, in der Karibik einen Wirbelsturm auslöst
Ob dann konkret ein Gerichtsprotokoll gefälscht ist, oder mehrere, alle, oder überhaupt keines – hat das komplexe System erst den Grenzwert zur Eigendynamik überschritten, dann bewirkt die Veränderung einzelner Stellgrößen – NICHTS mehr.
Da kann man dann die Steuern heben oder senken, Rentsn striechen oder einführen – es belibt alles auf die Entwicklung ohne Einfluß.
Es ist wie der naßgewordene Kohlehaufen, der zu „brühen“ beginnt und Feuer fängt, – ohne daß jemand absichtlich Feuer gelegt hätte – , selbst – oder gerade weil – es draufregnet.
Ich sehe es deshalb als eine wichtige Aufgabe linker Politik an, vor Extremismus zu warnen.
Damit meine ich nicht nur jenen Extremismus an den rechten und linken Rändern des politischen Spektrums, der sich seit vielen Jahrzehnten in idealer Weise für alle politischen Lager als jeweiliges Schreckgespenst anbietet und der gleichzeitig ein wunderbares Tintenfaß abgibt, in das so mancher politische Nikolas seine Gegner zu tauchen pflegt, wenn er argumentativ nicht mehr weiterweiß, mit dem aber bei nüchterner Betrachtung eine intakte Gesellschaft auf „eins-zwei“ fertig würde, wenn er tatsächlich bedrohliche Formen annähme. Sondern, ich meine damit nicht zuletzt auch gerade jenen „Extremismus der Mitte“, der unter dem Deckmantel wohlgeordneter ziviler und rechtsstaatlicher Gesinnung ein unglaubliches Maß an Habsucht, sozialer Kaltschnäuzigkeit und staatlich organisierter Gewaltbereitschaft entfaltet, dabei geschützt von der landläufigen, aber falschen Vorstellung, extreme Ansichten seien schon per se nur an den politischen „Rändern“, nicht aber im Bereich der politischen „Mitte“ möglich.
Das diese „goldne Mitte“ nur die Sitzordnung im Parlament, nicht aber das Geistesleben der dort sitzenden Akteure betrifft, wird nur zu gern dabei übersehen.
Eine andere Aufgabe linker Politik aber sollte es auch sein, in den eigeenen Reihen auf Irrtümer hinzuweisen.
Einer der fundamentalsten ist der Glaube, „billig“ sei gleichzusetzen mit „preiswert“.
Das Gegenteil ist nicht selten der Fall. FACHKUNDE ist also gefragt.
Jeder Hartz Ⅳ – Betroffene sollte deshalb „seine eigene Verbraucherberatung“ sein und sich entsprechend fachkundig(!) machen! Gemeinsam machts noch mehr Spaß – und wird überdies vom (Zeit‑) Aufwand her rentabler.
Weiter oben war zu lesen:
>“Beim Einkauf sind es doch gerade die finanziell schlechter gestellten Menschen, denen gar nichts anderes übrig bleibt, als auf preiswerte Produkte zurückzugreifen. Auch hier machen es die Menschen nicht unbedingt freiwillig, wenn sie auf “Billigfraß” zugreifen.“
Nun will ich es nicht so extrem zuspitzen, wie jener Arzt, der vor ein paar Jahren im Selbstversuch bewiesen hat, daß man sich – zumindest eine Zeit lang – von nur einer Mark am Tage gesund ernähren könne. ABER:
„Billigfraß“ ist alles andere als „preiswert“ und damit meistens unökonomisch(!), weil: Man bekommt nichts wirklich Brauchbares für sein Geld.
Ich glaube mich zu erinnern
, daß bereits vor sehr langer Zeit ein – bezeichnenderweise englischer
– Ökonom (wohl aus Manchester
) die Meinung vertrat, man könne JEDE Ware noch ein bischen billiger und dafür ein ganzes Stück schäbiger herstellen und anbieten.
Andererseits:
Wenn ich mir z.B. wirkliche Frischmilch direkt vom Bauern hole, ist diese nicht teurer als jener Schruz, der ultrahocherhitzt wochenlang in den Regalen der Discounter herumliegt und so ernährungsphysiologisch denaturiert ist, daß er nicht mal mehr sauer wird.
Kann ich mal meine Milch nicht aufbrauchen, dann mache ich mir aus dem Rest Dickmilch, oder Quark.
Der Schruz aus dem Regal aber ist zum Eindicken, oder zur Quarkbereitung schlichtweg unbrauchbar: ER wird bitter statt sauer und ich kann ihn nur wegschmeißen. Was also ist das rentablere Produkt??
Die Frischmilch hat drei Verwendungsmöglichkeiten – die „haltbare“ nur eine.
Gerade wer mit wenig auskommen muß (das sind auch manchmal Unternehmer
) – sollte EXZELLENT kalkulieren können – um nicht – vermeintlich sparend – „den Schinken nach der Wurst zu werfen“.
Diesbezüglich war gerade die Deutsche Arbeiterschaft schon mal weiter als heute: Man pflegte früher mehr seine eigene(!) Lebenskultur, als sich von den zweifelhaften Lockangeboten der Großkopfeten einwickeln zu lassen.
Wenn ich in einer Kaufhalle den Werbespruch höre „Gutes kann so billig sein“, dann warte ich immer auf den Moment, wo eine andere Lautsprecherstimme anfügt: „Ja, aber nicht unter manchester-kapitalistischen Bedingungen, sonst gäb’s ja keine Profite!“
Diese Werbung stellt erkennbar und ausdrücklich auf die politökonomische Ungebildetheit großer Bevölkerungsteile ab.
Es mag ein Lapsus sein, als „Normalbürger“ keine Ahnung von Ökonomie zu haben – als von Ausbeutung, sozialer Zurücksetzung und Verarmung Betroffener aber, ist es eine Todsünde, ja wirtschaftlicher Selbstmord.
Übrigens:
) welche mitbringe, dann läßt sich die Fahrt mit dem Fahrrad schon durch aus rentabel gestalten.
, nicht selten entpuppt sich die soziale Hilfsorganisation lediglich als Beschäftigungstherapie, informationelles Warmluftgebläse und Überwachungsorgan, wenn nicht gar zusätzlicher Kostenfaktor ohne nennenswerten Gegenwert.
Und wenn ich nicht nur für mich die Milch hole, sondern auch gleich noch meinem Nachbarn (und der der Nachbarin
Solidarität ist immer etwas Praktisches und auch wenn es Zeitgenossen gibt, die uns eher die kalte Schulter zeigen – wer hindert eigentlich den „kleinen Mann“ daran, untereinander wieder mehr Solidarität, Gemeinschaftssinn und soziales Organisationstalent zu entwickeln???
(Daß wir uns nicht mißverstehen, ich will hier nicht die vorhandene soziale Not kleinreden, aber auch der Ärmste Schlucker unter uns hat noch einen gewissen Entscheidungsspielraum, zu wem er sein Geld hinträgt, wie er sich mit anderen Betroffenen vorhandene Aufgaben teilt usw. – Und dies tut er eben nicht selten in geradezu paradoxer Weise:
Gerade wer wenig Geld zur Verfügung hat, sollte darauf achten, daß er dieses Wenige BESTMÖGLICH investiert: In Nahrung mit dem maximalsten Nährwert und Gesundheitseffekt, in Kleidung mit der längsten Haltbarkeit, modischen Kompatibilität und Strapazierfähigkeit, in Produkte, die in Eigenregie reparierbar sind und auch dann noch funktionieren, wenn der Strom schon abgeklemmt wurde und in soziale Beziehungen, die von Gegenseitigkeit, Respekt füreinander und einem gerüttet Maß an Manneswitz bei der GEMEINSAMEN Bewältigung anstehender Herausforderungen geprägt sind.
All dies findet man eigentlich regelmäßig bei „Billiganbietern“ aller Art und im allerweitesten Sinne des Wortes, nicht.
Nicht selten fällt einem der Schruz schon auseinander, wenn er zu Hause ausgepackt wird.
– „Wer billig kauft, kauft teuer!“ – Dies kann zwar nicht verallgemeinert werden, aber ist unter den Bedingungen de „real-existierenden Kapitalismus“ garnicht SO selten zutreffend.)
Auch hier wäre es Sache einer linken Partei, Weiterbildungsangebote für Betroffene zu organisieren, die Bildung von Gruppen der Nachbarschaftshilfe zu fördern und logistisch zu unterstützen, privates Engagement und Eigeninitiative zu fördern, wo „der Staat“ seine Unfähigkeit, oder Bösartigkeit bereits unter Beweis gestellt hat.
Zumindest gedanklich – und damit im Bereich der geistig-schöpferischen Gestaltung des praktischen Alltagslebens – ist ein Leben ohne Staat denkbar – das sollten gerade all jene nicht vergessen, die von allzuviel privat initiierter, aber staatlich organisierter Drangsal niedergedrückt werden – egal in welchem politischen System …
Gerade wenn der Gürtel immer enger zu schnallen ist, gilt es, besonders aufmerksam und sorgfältig Spielräume auszuloten, Chancen erkennen zu lernen, Verbündete zu finden, Synergieeffekte konsequent zu nutzen, auf ungewöhnlichen Lösungswegen die vom politischen Gegner aufgestellten Fallen zu umgehen.
Die politische Auseinandersetzung mit den Verursachern der Misere in zahllosen, aber letztlich sekundären Detailfragen, darf uns jedenfalls nicht daran hindern, bezüglich der Gestaltung unseres eigenen sozialen Lebens unseren eigenen Manneswitz und unseren EIGENEN Gestaltungswillen einzusetzen.
oder, wie die antiken griechischen Seefahrer sagten:
„Es ist nicht entscheidend, woher der Wind weht, es ist entscheidend, wie ich meine Segel setze.“
meint
U.
(1)(glaube doch niemand, das System entließe noch jemals aus dem Pool der Hartz Ⅳ Empfänger mehr als eine Handvoll Leute, die man als Alibi und Feigenblatt braucht, um nicht total aufzufliegen …)
Sehr geehrter Herr Wege,
gern gehe ich auf das Probelm „Verjährungsfristen“ ein.
Die vermeintlichen Gerichtsprotokollfälscher, Hehler und Schuldner werden ganz selbstverständlich darauf abheben, dass die Forderungen schon längst verjährt seien. Und somit brauche man ja auch gar nicht erst nachschauen,
ob die Gerichtsprotokolle gefälscht sind oder nicht.
Doch ehrliche und aufrichtige Juristen bzw. Menschen, vertreten eine andere Ansicht und zwar folgende:
Bis zum heutigen Tag ist doch noch gar nicht festgestellt worden, ob die Forderung überhaupt
begründet ist oder nicht.
Erst mit Offenlegung des Beweises, dass die Forderung begründetet ist, beginnt doch die Verjährungsfrist.
Mit freundlichen Grüßen
Erhard Jakob
@Unternehmer!
Mit Vielem von dem, was Sie in Ihrem letzten Beitrag schrieben, haben Sie sicherlich recht.
Auch mir ist das schon klar, dass preiswert und billig nicht unbedingt mit gut und günstig gleichzusetzen sind.
Aber zum Beispiel das mit der Dickmilch und der Frischmilch vom Bauern ist wohl eher nur auf dem flachen Lande zu organisieren. Aber es war ja auch nur Eines Ihrer Beispiele, die zwar theoretisch sind, aber trotzdem auch richtig.
Vielleicht muss ja eine linke Partei auch versuchen, die Versorgung der Bevölkerung mit p r e ⅰ s g ü n s t ⅰ g e n Produkten genossenschaftlich zu organisieren.
Bei den Energieunternehmen und Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge muss man allerdings, meiner Meinung nach, eine schnellstmögliche Verstaatlichung anstreben.
Vielleicht ja nach der Devise:
„Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“
Freundliche und solidarische Grüße
Hans-Dieter Wege
Aus Datenschutz die Datensammlung und danach die Datenweitergabe?
In der letzten Zeit verstärken sich die Meldungen über die unzulässigen Weitergaben von personenbezogenen Daten. Sogar verkauft wurden diese Daten. Millionen von Kontonummern bei den Banken wurden so unzulässiger Weise an Dritte weitergegeben.
Auch bei Hartz IV‑ betroffenen Menschen besteht immer noch eine Behörde, und zwar die GEZ, auf die Übersendung von beglaubigten SGB II-Bescheiden durch die Betroffenen, obwohl die Bundesagentur für Arbeit sich zwischenzeitlich bereit erklärt hat, automatisch eine so genannte Drittbescheinigung mit den SGB II-Bescheiden zu übersenden. (Diese Auskunft erhielt ich von einer zuverlässigen Quelle in Berlin.)
Eigentlich darf die GEZ aus den SGB II-Bescheiden nur erfahren, ob ein Hartz IV-Betroffener einen Anspruch auf Zuschläge nach dem Bezug von Arbeitslosengeld Ⅰ (ALG Ⅰ) hat. Denn in diesen Fällen ist die Befreiung von der Gebührenpflicht nicht möglich.
Für eine Bedarfsgemeinschaft im Hartz Ⅳ umfasst der SGB Ⅱ Bescheid sehr persönliche und sensible Daten. Die Kontonummer geht hieraus hervor, ob jemand schwanger oder krank ist, ob jemandem vielleicht die Leistungen gekürzt werden usw. usw.
Diese ganzen Daten dürften in meinen Augen einer Behörde wie der GEZ überhaupt nichts angehen. Und aus gegebenem Anlass sollten endlich die Bundesregierung und alle Bundesländer die GEZ verpflichten, die Drittbescheinigung der Bundesagentur für Arbeit anzuerkennen.
Ansonsten macht sich doch die GEZ hinsichtlich des Datenschutzes ausschließlich verdächtig!
Glaubt mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Wege, Gegner asozialer Politik
@Hans-Dieter,
ich verstehe Sie nicht! In einer Geld-Gesellschaft ist es doch das Normalste auf der Welt, dass man Daten kauft und auch verkauft!
Genauso, wie man Kinder bzw. Menschen kauft und verkauft.
Genauso, wie Verbrecher der skupellosesten und niederträchtigsten Sorte sich eine Robe umhängen und Gerichtsprotokolle fälschen.
Und genauso, wie Menschen –wie du und ich‑ von diesen skrupellosen und niederträchtigen Verbrechen Kenntnis nehmen und sie einfach totschweigen.
Ich schließe mit den Worten von Stephen Spender:
„Totschweigen ist Mord ohne Blutvergießen!“
Hallo Erhard Jakob!
Das mit dem Totschweigen können Sie mir ja nun ganz bestimmt nicht vorwerfen!
Aber ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob es wohl richtig wäre, sich vor fast jeden Karren spannen zu lassen?
In dem Moment läuft man in dieser Gesellschaft in Gefahr, zum nützlichen Idioten zu werden oder zumindest so abgestempelt zu werden!
Wer sagt mir denn zum Beispiel, dass Sie nicht versuchen, andere Menschen zu benutzen, für Ihre eigenen persönlichen Zwecke? Wäre doch immerhin möglich, oder etwa nicht?
Weiterhin könnten Sie doch mit Ihrer Aktion versuchen, anderen Menschen zu suggerieren, ihr braucht überhaupt nichts zu unternehmen, denn ihr könnt sowieso nichts erreichen. Seht mich an, ich versuche es seit ungefähr 15 Jahren und habe immer noch keinen Erfolg gehabt. SO wird es auch euch ergehen!
So wäre es möglich einen aufflammenden Widerstand zu zersetzen oder zumindest negativ zu beeinflussen.
Haben Sie das Ganze oder Ihre persönlichen Probleme mal von dieser Seite betrachtet oder halten Sie SO etwas für unmöglich.
In dem Moment würden Sie allerdings meiner Meinung nach, Ihrem eigenen letzen Beitrag widersprechen. Denn aus diesem geht doch wohl ziemlich eindeutig hervor, dass Sie in diesem Staat alles für möglich halten!
Freundliche Grüße aus Oldenburg
Hans-Dieter Wege, Gegner asozialer Politik
Hallo Hans Dieter Wege,
jetzt fange sogar ich an (hier: nicht nur Otto Nagel), an allem zu Zweifeln.
Ich habe ganz korrekt Ihr Schreiben beantwortet und abgesendet. Alles ganz normal – wie immer! Angekommen ist dieses Schreiben allerdings nicht.
###, dass ich vermute, dass auch dieses Schreiben – n ⅰ ⅽ h t – das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird.
Trotzalledem! Zu Ihren Zweifeln:
Ja, sie sind in dieser Gesellschaft berechtigt bzw. begründet!
Zum konkreten Sachverhalt:
Wenn das Gerichtsprotokoll vom 10.01.1992 Az.: Ⅽ 92⁄91 Riesa echt ist, dann schulde ich dem Bürgermeister von Hoyerswerda einen Betrag in Höhe von 27,8 Tausend Euro.
Das ist mir aber völlig egal. Mir geht es um die Wahrheit.
Und den vermeintlichen Gerichtsprotokollfälschern und Hehlern geht es darum, dass die Wahrheit nicht ans Licht der Öffentlichkeit kommt.
Ganz niederträchtige Menschen sagen: „Ich möchte nicht, dass die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit kommt!“
Und noch viel Schlimmere sagen gar:
„Ich las mich doch nicht vor den Karren spannen,
der die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit bringen soll.
Ich bin doch nicht blöde!“
Hans-Dieter,
soll ich mich für Sie schämen oder tun Sie das für sich allein?
@Erhard Jakob
Ich finde es nicht richtig bis unfair, wenn Sie geschriebene Kommentare, dadurch auseinanderreißen, indem Sie zu Ihren eigenen Kommentaren einfach die Seite wechseln. So fehlt den Lesern der jegliche Bezug!
Und wenn sie dann das Folgende behaupten:
„Herr Wege,
obwohl Sie mich und mein Problem seit Monaten bis ins kleinste Detail kennen, schreiben Sie sinngemäß:
“Herr Jakob, weil ich ihnen zutiefst mißtraue, lasse ich mich nicht doch vor ihren Karren spannen!”
… muss ich Ihnen auch antworten, dass das ja wohl so nicht richtig ist.
Ausschließlich Ihre Behauptungen zu Ihrem Problem sind mir bekannt, allerdings bestimmt auch nicht bis ins kleinste Detail. Weiterhin halte ich auch Ihre Behauptungen
inhaltlich für möglich und nur deshalb unterstütze ich Ihre Forderung nach Aufklärung.
Aber letztendlich dürfen in einem Rechtsstaat nur die Fakten und die Beweise für eine Urteils-oder Beschlussbegründung zählen und die sind mir keineswegs bekannt!
Und zutiefst enttäuschend ist für mich, dass Sie, genau wie die so genannten Rechtsverdreher oder Winkeladvokaten, die Sie ja wohl auch bekämpfen wollen,
geschriebene Sätze im Sinn entfremden oder sogar fast als Unwahrheit hinstellen.
Ich wünsche Ihnen trotzdem weiterhin viel Erfolg bei der Suche nach der Wahrheit,
und wünsche Ihnen abschließend ganz viel Glück!
Mit freundlichsten Grüßen
Hans-Dieter Wege, Oldenburg
@Hans-Dieter,
gerade, weil ich der Ansicht war, dass Sie mich bei der Wahrheitssuche unterstützen wollen, war ich ja so erstaunt über Ihr Schreiben.
Einerseits freue ich mich natürlich für Ihre guten Wünsche für meine Reise auf der Suche nach der Wahrheit.
Andererseits bringen mich nur –gute Wünsche‑ bei meinen Bemühungen die Wahrheit zu finden und wenn möglich ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, auch nicht weiter.
Trotzdem – nochmals vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Erhard
Ps.: Sie haben Recht, dass ich gegen Rechtsverdrehen bin. Richtig ist aber auch, dass ich Winkeladvokaten suche.
Hallo Herr Wege,
Ihre Worte:
„Bei den Energieunternehmen und Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge muss man allerdings, meiner Meinung nach, eine schnellstmögliche Verstaatlichung anstreben.“
Fällt Ihnen denn wirklich nichts besseres ein Herr Wege, als die alte sozialistische Mottenkiste der Verstaatlichung wieder aufzumachen?
Sie enttäuschen mich zutiefst.
Was glauben Sie wird da besser?
Die Preise für Gas, Strom etc.?
Was glauben Sie, wo die Energieunternehmen ihre Gewinne anlegen?
Auf einer Yacht im Mittelmeer oder was oder wie oder wo?
Zu bemängeln wären höchstens die unverhältnismäßigen Managergehälter.
Die Gewinne werden zunächst erst mal versteuert, u.a. auch deshalb, damit auch Sie von staatlicher Unterstützung, einigermaßen, wenn auch sicher nicht sehr prunkvoll, leben können.
Und dann werden sie reinvestiert. Ob das Geld nun wiederum gesellschaftlich sinnvoll in alternative Energieträger oder z.B. in den Bau von weiteren Kohlekraftwerken verschleudert wird, das liegt zu einem nicht unerheblichem Teil an der Politik oder den Politikern, die wir wiederum gewählt haben oder auch nicht.
Selber denken macht schlau!
Freundlichst
F.W.
Hallo Frank Weise!
Sie schrieben: „Und dann werden sie reininvestiert.“
Ich empfehle Ihnen auch mal ganz was Schlaues! Sehen sie sich mal die Aktienentwicklung der Energieunternehmen der letzten Jahre an. Dann können Sie feststellen, dass Ihre obige Behauptung SO nicht richtig ist.
Richtig ist allerdings, dass u n s e r Geld mit dem Bau von Kraftwerken, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, verschleudert wird.
Einmal mit dem Bau und dem Betrieb und dann noch einmal mit ungefähr den dreifachen Kosten für die Beseitigung der Umweltschäden, die dann allerdings sowieso der Steuerzahler allein zu zahlen hat. Für diese Kosten sieht sich nämlich die Energiewirtschaft nicht zuständig.
Übrigens meine ich nicht die alte Mottenkiste STAATSSOZIALISMUS von oben, sondern einen freiheitlich basisdemokratischen internationalen Sozialismus.
Aber in einer Sache haben Sie recht: „Das Diktat des Kapitals lehne ich ab!“
Mit freundlichen Grüßen und für einen
freiheitlich demokratischen Sozialismus
Hans-Dieter Wege, Oldenburg
@Frank Weise!
Ich möchte nicht Ihren Oberlehrer spielen.
Sie haben doch da so Ihre eigenen Quellen!
Viel Spaß bei der Recherche!
Freundlichst HDW
Hallo Herr Wege,
Bitte erklären Sie mir, was die Entwicklung des Aktienkurses mit der Reinvestition der Gewinne des jeweiligen Unternehmens zu tun hat?
Freundlichst
F.W.
Hallo Herr Wege,
Die Aktienkurse spiegeln lediglich die spekulativen Erwartungshaltungen der Aktionäre wieder, haben mit der Reinvestition der Gewinne nicht das Geringste zu tun. Fällt der Aktienkurs oder steigt der Aktienkurs, so sagt das lediglich etwas darüber aus, ob die Aktien des jeweiligen Unternehmens gerade überwiegend gekauft oder überwiegend verkauft werden.
Im Prinzip kümmert sich das Unternehmen wenig um den täglichen Aktienkurs. Es ist für das Tagesgeschäft i.d.R. uninteressant.
Freundlichst
F.W.
PS: Herr Wege,
Dazu benötigt man keine Recherche, Denken genügt!
Freundlichst
F.W.
Hallo Frank Weise!
Mir müssen Sie nicht versuchen zu erklären, dass jegliche Ausgaben eines Aktienunternehmens die Aktiengewinne schmälern.
Man sieht und hört es doch derzeit gerade wieder bei der Telekom!
Und vielen Dank für den Hinweis mit dem Denken!
Wissen Sie was schon mein Urgroßvater früher immer gesagt hat?
„Das Denken, das soll man den Pferden überlassen, die haben nämlich den größeren Kopf!“
In diesem Sinne
Nochmals freundliche Grüße
Hans-Dieter Wege
Hallo Herr Wege,
Ich habe Ihnen nicht versucht zu erklären, dass die Ausgaben eines Unternehmens die Aktiengewinne schmälern.
Ich habe Ihnen das deshalb nicht versucht zu erklären, weil dies in dieser Vereinfachung gar nicht stimmt.
Ich habe im Übrigen überhaupt nicht von dieser Thematik gesprochen.
Aber vielleicht liegt das daran, dass Sie den Worten Ihres Urgroßvaters zu viel Glauben schenkten und offensichtlich immer noch tun.
Freundlichst
F.W.
Hallo Frank Weise!
Ich habe nicht die Absicht mich in Haarspalterei zu üben!
Der Hauptgrund für das ständige Ansteigen der Verbraucherpreise für Strom und Gas
ist die Gier der Kapitalisten und nichts anderes.
Und auch wenn Sie das nicht hören wollen, aber genau das bringt die Sache auf den Punkt. Mein Urgroßvater ist übrigens der gleichen Meinung!
Gruß
Hans-Dieter Wege
Hallo Frank Weise,
werden Sie mit Ihren Kenntnissen Börsenmakler und die Linke wird überflüssig, weil sich dann der Kapitalismus von selbst erledigt.
Wieviele Jahre praktischer Erfahrung als Eigentümer, Aktionär und/oder Geschäftsführer eines börsennotierten Unternehmens, oder als Broker, oder Investmentbanker haben Sie denn so, daß Sie so im Brustton der Überzeugung hier Ihre Lehren weitergeben können?
Oder: Welches Volumen hatte denn Ihr Wertpapier-Portfolio in den letzten 10 Jahren so durchschnittlich. Und die Renditen??
Wieviele Betriebsprüfungen haben sie denn so schon als Verantwortlicher mitgemacht?
Haben Sie schon mal an verantwortlicher Stelle eine Aktionärsversammlung vorbereitet? Oder gar geleitet?
Auf welche Bewertungsmethoden beziehen Sie sich denn bei Ihren Aussagen?
Doch die verkneife ich mir vorerst
)
Wie gesichert sind diese? (Die nächste Frage wäre dann: Warum werden diese dann nicht allgemein und weltweit verbindlich angewandt???
Sie scheinen ja besser unterrichtet zu sein, als so mancher Börsianer, Steuerberater und Steuerprüfer ….
Wenn Sie den Stein der Weisen gefunden haben sollten, dann lassen Sie es uns wissen!
Vielleicht kann ich mich mit der „methode a la Weise“ in ein paar Monaten zu Ruhe setzen?
Hi, hi.
Bis dahin aber halte ich mich an die oft genug grausame und verwirrende Realität und nicht an Grimms Märchen ….
Angesichts der Komplexität und ungeheuren Dynamik der globalen Wirtschaftsprozesse kann sich wohl derzeit niemand (auch sogenannte Fachexperten nicht!) damit brüsten, über mehr als unzureichende Grundkenntnisse im Bereich der Wirtschaftswissenschaften zu verfügen, selbst wenn man nur davon ausginge, daß alles jederzeit mit rechten Dingen zugehen würde …
Denn eines wird mit jedem Geschäftsjahr immer deutlicher: Das Rechnungs‑ und Bilanzwesen des Westens (privat UND öffentlich!) ist genauso marode, wie das des Ostens war. Der einzige Unterschied ist der, daß der Westen auflaufende „Fehlbeträge“ häufiger als der Osten mittels Krieg, Okkupation und medialer, behördlicher, wirtschaftlicher, finanzpolitischer, militärischer und oder geheimdienstlicher Manipulation (bis zur Erpressung) aller coleur, gegen fremde Regionen und gegen große Teile der eigenen Bevölkerung, auszugleichen gewohnt ist.
Von einem funktionierenden Wirtschaftssystem kann (selbst wenn man mal das Thema Ausbeutung und die damit verbundene Verarmung großer Bevölkerungsteile, ja ganzer Kontinente und Märkte und die daraus resultierende Nachfrageverknappung mal ausklammern würde) jedenfalls auch nach 1989 nirgendwo auf dieser Erde ernsthaft die Rede sein
meint
U.
Nachtrag:
Es ist vielleicht nicht gerade die Yacht im Mittelmeer, über die heute die „besten Coups“ laufen, aber so ganz falsch liegen Sie mit dieser Vermutung nicht:
Schwimmende Städte (auf hoher See, jederzeit umflaggbar mit entsprechenden Banken‑, Wertpapier und Börsendiensten usw.) haben derzeit weltweit Hochkonjunktur – fragen sie bei den großen Schiffbauern nach! Das Geschäft mit derlei schiffbauerischen Großprojekten brummt, an den Gesetzen für die Bewertung derlei maritimer Projekte, Abschreibungsmodalitäten usw. wird ja auch erkennbar kräftig geschraubt – von den Medien weitestgehend „unbeachtet“ – warum wohl?
(Nein, die großen der Schiffbaubranche finden Sie schon lange nicht mehr in –Deutschland/Europa. Dazu müssen sie mal auf die andere Seite des Globus reisen, da wohnen auch noch Leute – mit teilweise sehr verschiedenen Auffassungen von Wirtschaft, Fairness und nachhaltigem Wirtschaften …
Gruß
U.
Als Otto Normalverbraucher und finanzpolitischer bzw. finanztechnischer Laie schließe ich mich der Meinung des Unternehmers und der Ansicht von Herrn Frank Weise, nicht an.
Ich glaube eher, dass Herr Hans-Dieter Wege Recht hat.
Erhard
Hallo Herr Wege,
Vielleicht liegt es daran, dass Sie alles verwechseln.
Aktiengewinne und Unternehmensgewinne haben nichts miteinander zu tun. Es ist so als ob Sie einen Walzer und einen Tango miteinander vergleichen.
Alles ist zwar irgendwie Musik, aber getanzt wird völlig anders danach.
Aber vielleicht fragenSie mal Ihr Pferd.
Hallo Unternehmer,
am „maroden“ Rechnungswesen liegt es sicher nicht. Im Kapitalismus wird im Gegenteil nur, und nur das gemacht, was sich rechnet.
Eben deshalb, weil wir dem Geld diese Bedeutung geben, weil das Geld leider mehr ist als ein Tauschmittel.
Würden wir dem Geld nur diese eine Funktion zubilligen, nämlich Tauschmittel zu sein, dann würde es nicht mehr hortbar sein, es müßte so wie die Waren, die wir herstellen ständig an Wert verlieren.
Natürlich muß es dann auch so, wie die Waren ständig wieder produziert werden, denn schließlich brauchen wir es als Tauschmittel.
Wenn Sie den Kapitalismus ablösen wollen durch eine gerechte Gesellschaftsordnung, so bedarf es zunächst der Kenntnis der Wirkungsweise des Kapitalismus.
Also, dass in Grundzügen „meine“ Theorie, die ich Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten wollte.
Sie können es aber besser und viel besser nachlesen z.B. unter http://www.nwo.de
Freundlichst und ein Schönes WE an alle
F.W.
Herr Weise,
Sie haben einen sehr wichtigen und richtigen Satz geprägt:
„Im Kapitalismus wird … nur das gemacht, was sich rechnet.“
Oder anders ausgedrückt: „Angebot und Nachfrage regelt den Preis von ganz allein“. Das gilt für Miete, Nahrungsmittel, Energie usw. usf. Das gilt natürlich aber auch für den Lohn. Da aber die Grenzen offen sind, können die Arbeitgeber polnische oder osteuropäische Arbeitnehmer für ein oder zwei Euro die Stunde beschäftigen. Warum sollen sie dann aber deutschen Bewerbern die Stelle geben, die 10 oder 12 Euro die Stunde verlangen bzw. benötigen, um ihre Lebenshaltungskosten bestreiten zu können? Da wären ja die Unternehmer schön dumm, wenn sie Deutsche beschäftigen würden.
Allerdings habe ich erhelbliche Zweifel, dass der von Ihnen bzw. von mir genannte Grundsatz, die Lösung des Problems ist. Und Ihre Behauptung, dass Geld nicht an Wert verliert, ist wohl mehr als falsch. Wenn Sie sich den Warenkorb für 100 Euro von paar Jahren und heute anschauen, dann können Sie selbst sehen, wie falsch Ihre Feststellung ist. Das gilt natürlich auch für die Lebenshaltungskosten insgesamt. Wenn man die Schlagzeilen liest, dass dieses Jahr 25 % weniger Deutsche sich einen Urlaub geleistet haben, ist das wohl mehr als ein Alarmsignal.
Winston Chirchill sagte mal: „Von den schlechten Gesellschaftsordnungen ist die Demokratie immer noch die Beste!“
Vielleich ist es an der Zeit,
nach einer guten Gesellschaftsordnung Ausschau zu halten?
Hallo Herr Weise!
Über Tanzmusik brauchen Sie mich nicht aufzuklären, bin im Besitz des deutschen Tanzabzeichen. Lang, lang ist es allerdings her.
Aber da es ja das Internet gibt, hatte mein Urgroßvater anscheinend doch recht mit seinem Spruch. Hier die entsprechenden Infos zu Aktien und Reinvestitionen speziell für Herrn Weise und alle anderen Interessierten!
Der Unternehmensgewinn (oder Gewinn je Aktie)
Beim Investieren muss man sich zunächst mit der Bedeutung von Unternehmensgewinnen auseinandersetzen.
Durch den Besitz von Aktien gelangt man in die Position des Eigentümers eines Unternehmens. Insofern kommt der Unternehmensgewinn einem persönlichen Gewinn gleich, der sich im Verhältnis zur Beteiligung am Unternehmen ergibt. Ein Beispiel: Das Unternehmen U erwirtschaftet einen Gewinn in Höhe von 2 Euro je Aktie. Wenn man 50 Aktien von U besitzt, hat man einen Gesamtgewinn von 100 Euro erworben.
Dem Unternehmen steht es frei, diese 100 Euro Gewinn in Form einer Dividende an den Eigentümer auszubezahlen oder ihn einzubehalten, zu re-investieren und damit den zukünftigen Unternehmenswert zu steigern. Dabei führt die Erhöhung des Unternehmenswertes im Laufe der Zeit zu einem Ansteigen des Aktienkurses, wodurch der Eigentümer wiederum an den vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinnen partizipiert.
Mit freundlichen Grüßen
und für die Verstaatlichung aller Energieunternehmen in Deutschland
Hans-Dieter Wege, Gegner asozialer Politik
Es ist schon lustig –bald grotesk‑ wie einige Leute über Geld sprechen bzw. schreiben. Das ihnen garnicht gehört und über das sie auch niemals verfügen werden können.
Ich glaube, die Reichen und Mächtigen bzw. die Besitzer der Aktien bzw. des Geldes von dem hier ununterbrochen die Rede ist, würden sich krümmen vor Lachen. Wenn sie lesen würden, wie wir Armen und Ohnmächtigen ihr Geld anlegen.
Erhard Jakob
@Erhard Jakob 23.08.2008, 05:07 Uhr
Mit „glauben“ werden Sie nicht weit kommen – Sie sollten sich schon einschlägig fachkundig machen.
(Ich gebe gern zu gegebener Zeit Nachhilfestunden – das kostet aber!)
Insofern ist eigenes Beobachten, Analysieren und Denken immer noch die rentablere Methode …
@Frank Weise
>“. Im Kapitalismus wird im Gegenteil nur, und nur das gemacht, was sich rechnet.“
Das bestreite ich vollinhaltlich.
Und ich wundere mich, wenn ausgerechnet Linke die Lügen vor sich her tragen, die den Kapitalismus von Anbeginn prägen und die die bürgerliche, ursprünglich progressiv angedachte Gesellschaft (“Freiheit Gleichheit, Brüderlichkeit“) zu einer perversen Fratze haben verkommen lassen.
Ich behaupte: Im Kapitalismus wird nur das gemacht, was nach dem ihm eigenen(!!), unzutreffenden, unvollständigen und perversen Kriterien rechnet (ganze und WESENTLICHE Gebiete(!) sinnvollen wirtschaftens bleiben systematisch unbeachtet‑ desalb muß der sich damit automatisch ergebende „Fehlbetrag“ in der Realität regelmäßig mit Krieg und anderen Sauerein kompensiert werden.
Es sind vor allem die FALSCHEN Prämissen kapitalistischer Rechnungslegung (deren Denkmodelle aus dem vorvorigen Jahrhundert stammen – also längst (bereits schon seit Marx‘ Zeiten) obolet waren und sind, die uns heute wie damals die Probleme bereiten.
Der Kapitalist ist nicht von Hause aus ein Krimineller und Kriegstreiber. Er wird nur Kriminell (als potentieller Kriegstreiber), weil seine Art zu rechnen nicht mit der Realität übereinstimmt. So wie unser nicht mit den astronomischen Tatsachen übereinstimmender Kalender regelmäßig per Schaltjahr berichtigt werden muß, so muß deshalb die kapitalistische Denk‑, Rechnungs‑ und Handlungsweise wieder per Krieg (nach innen oder außen!) mit der wirtschaftlichen Realität „synchronisiert“ werden.
Es ist Marx‘ historisches Verdienst, dies irgendwie geahnt zu haben (wenngleich er aufgrund mangelnder „kybernetischer“ Kenntnisse das Ausmaß der Problematik und die realen „Knackpunkte“ nur unzureichend genau beschrieb.)
Ausbeutung ist wirtschaftskybernetischer Unsinn. Das war auch schon vor 150 Jahren erkennbar.
Es ist mangelnder Bildung der gesamten Unternehmerschaft anzulasten, wenn wir bezüglich der prinzipiellen Grundlagen heute immer noch wie vor 150 Jahren MIß-wirtschaften und es ist selbstmörderische Dummheit, wenn ausgerechnet Linke die falschen Prämissen der angeblich modernen, in Realität aber seit über einem Jahrhundert in der Wirtschaftspraxis widerlegten Annahmen verfehlter Wirtschaftstheorie nachplappern!
Dahinzielter meine Frage, warum es keine einheitliche BWL-Theorie gibt – weil ALLE bishereigen Annahmen unzureffend, ja falsch – weil unvollständig – waren und sind. wir sind erst ganz am Anfang, die Wirkungsgesetze komplexer Systeme zu erforschen und zu begreifen.
Alle Wirttschaftstheorien, die wir bisher hatten, sind ausnahmslos Schrott – soviel ist heute schon absehbar. (Man hängt es nur aus machtpolitischen Gründen nicht an die große Glocke, um keine Begehrlichkeiten bei den kleinen Leuten zu wecken.)
Warum geschieht dies aber?
Weil der Mensch nicht das rationale Wesen ist, für das er sich selbst hält!
Noch immer dominieren in 99 % der Bevölkerung – seien es Unternehmer oder Ausgebeutete, eher infantile Wunschträume als rationale, an der Realität bestätigte Analysen.
Das sind wir genetisch einfach in uns selbst gefangen.
Man hält an irgendwelchen gutklingenden, aber realiter falschen Theorien fest – und macht lieber einen Krieg nach dem anderen, als zuzugeben, man habe sich geirrt und bis auf die Knochen wissenschaftlich blamiert.
Der unglaublich aufgeblähte Dunst der Wirtschaftswissenschaften ist nur zu einem gut: Zu verschleiern, daß wir auf diesem Gebiete heute noch weitestgehend im Dunkeln tappen.
Immer wenn wir uns wirtschaftswissenschaftlich geirrt haben, suchen wir dann die Realität mit Gewalt an unsere Theorien anzupassen – klinisch manifester Wahnsinn!
DAS ist des Pudels Kern – der Rest infantiles, oder manipulatives Gewäsch …
An der Sache mit der Unverschleißbarkeit des Geldes ist was dran.
Es ist ja sogar noch schlimmer: Wir sind aus historischen (nicht aus sachlichen!!!) Gründen gewohnt, Zinsen zu zahlen und damit die Wirkungsweise des Geldes noch weiter von der Realität zu entfernen…
Selbst die Nazis(!) hatten „Befreiung von der Zinsknechtschaft“ in ihrem Parteiprogramm. Ist dieses Ziel nun deshalb falsch???
)
(Ich weiß , daß ich irgendwann als Ketzer verbrannt werde …
meint
U.
PS:
>“Aktiengewinne und Unternehmensgewinne haben nichts miteinander zu tun“
Das ist so nur bedingt richtig …
@Unternehmer,
als erstes glaube ich, dass es bei Ihrem Schreiben zu einem Irrtum bzw. Mißverständnis gekommen ist.
Sie schreiben, dass Sie Ihre Mail um 5:07 Uhr verfasst haben und der Computer sagt mir, dass Sie sie erst 18:30 Uhr geschrieben haben. Wer hat denn nun die Wahrheit gesagt?
Am Meisten hat mich allerdings Ihr Glaube, dass Ausbeutung wirtschaftskypernetischer Unsinn ist, beeindruckt.
Nur weiß ich nicht, ob ich über Ihre wissenschaftliche Glanzleistung mehr lachen oder mehr weinen soll.
Ich habe mich für das Lachen entschieden. Denn lachen ist gesund. Schließlich gibt es keinen, der sich schon mal krank gelacht hat.
Das ist unbedingt richtig
meint Erhard
Sehr geehrter Herr Unternehmer,
zu Ihrem Angebot:
„(Ich gebe gern zu gegebener Zeit Nachhilfestunden – das kosten aber!)“.
Vor geraumer Zeit habe ich Sie um Hilfe gebeten und Ihnen angeboten, Sie dafür auch angemessen zu entlohnen bzw. bezahlen.
Damals haben Sie mir vorgeworfen, dass wir uns hier nicht auf einer kommerziellen Seite befinden (hier: zumindest glaube ich, dass Sie es waren). Und heute machen Sie mir selbst ein sehr kommerzielles Angebot. Egal. Ja, ich brauche Hilfe und bin bereit den Helfer dafür auch ein vorher vereinbartes anständiges Honorar zahlen. Ob Sie für Ihre Arbeit, bzw. für die Lösung des Problems viele Tage, wenige Stunden oder nur 5 Minuten benötigen, sollte keinen Einfluß auf das En(t)dgelt haben.
Bitte machen Sie mir ein konkretes Angebot. In der Vereinbaung muss enthalten sein, was Sie für wieviel Geld bis zu welchem Zeitpunkt tun wollen. Wenn Ihr Angebot nicht unmoralisch sondern fair und anständig ist, werde ich es auf jeden Fall annehmen.
Für die Richtigkeit
Erhard Jakob
Hallo Herr Wege,
Ich muß Ihnen wiederum widersprechen.
Das war Ihr Ausgangssatz, der zu der Meinungsverschiedenheit über Aktiengewinne etc, führte:
„Sehen sie sich mal die Aktienentwicklung der Energieunternehmen der letzten Jahre an. Dann können Sie feststellen, dass Ihre obige Behauptung SO nicht richtig ist.“
Die Aktienentwicklung spiegelt immer nur den jeweiligen Aktienkurs wieder, letzlich also das Ergebniss aus dem Verkauf und dem Kauf von Aktien.
Da geht es in der Regel rauf und runter.
Dieser jeweilige Aktienkurs hat, so meine Ausführung, nichts oder nur mittelbar etwas mit den Gewinnen oder Verlusten zu tun die das jeweilige Aktienunternehmen (und nur solche werden ja überhaupt an der Börse gehandelt) erwirtschaftet.
An der Börse handelt man nur Erwartungen oder Spekulationen. Manchmal leider mitunter eben auch mit öffentlichen Geldern (siehe Sachsenbank oder IKB). Hier sollte die Politik sicher strengere Regeln setzen, denn öffentliche Gelder sind unsere Steuergelder und damit hat die Politik hier die Hände drauf und somit auch die Gesetzesmacht.
Man kann also an der Aktienentwicklung nichts über die Verwendung der Gewinne, also ob diese reinvestiert wurden oder als Dividende ausgezahlt wurden, ob es einen Aktienrückkauf gegeben hat oder ob der Vorstand die Managergehälter erhöht hat, ablesen.
Freundlichst
F.W.
Hallo Herr Unternehmer,
„An der Sache mit der Unverschleißbarkeit des Geldes ist was dran.
Es ist ja sogar noch schlimmer: Wir sind aus historischen (nicht aus sachlichen!!!) Gründen gewohnt, Zinsen zu zahlen und damit die Wirkungsweise des Geldes noch weiter von der Realität zu entfernen…“
Bitte denken Sie diesen Gedanken konsequent zu Ende.Es lohnt sich.
Freundlichst
F.W.
PS: Ein Gedanke wir deshalb nicht falsch, nur weil er von den falschen Leuten zur falschen Zeit mißbraucht wurde.
@Frank Weise!
Für einen Zinsgegner wie Sie, müßte es doch gerade zu eine Herzensangelegenheit sein,
diese Energiekonzerne, die gleichzeitig auch Aktienunternehmen sind, unter staatliche Kontrolle zu bringen. Denn diese Konzerne dürften ausschließlich nach betriebswirtschaftlichen Kriterien handeln, wobei sie gleichzeitig auf die volkswirtschaftlichen Auswirkungen pfeifen!
Oder sehe ich das jetzt auch wieder falsch?
Freundliche Grüße
Hans-Dieter Wege, Oldenburg
Zu dem Gedanken bzw. dem Satz von Herrn Weise:
„Es ist ja sogar noch schlimmer: „Wir sind aus historischen (nicht aus sachlichen!!!) Gründen gewohnt, Zinsen zu zahlen und damit die Wirkundweise des Geldes noch weiter von der Realität zu entfernen… “
möchte ich noch folgendes ergänzen bzw. hinzu fügen:
Meiner Auffassung nach ist die Meinung von Frank W. nur zum Teil richtig.
Nicht alle müssen Zinsen zahlen. Sondern nur die, die sich Geld bei der Bank leihen. Die anderen nicht!
Und die, die Geld gespart haben – oder anders wie, z. B. durch Lottogewinn, Spekulationsgeschäfte usw. usf., zu Geld gekommen sind und es zur Bank bringen, müssen keine Zinsen zahlen. Im Gegenteil, sie bekommen sogar noch welche!
Wir sollten uns die „Zins‑ Medaillie“ nicht nur von einer sondern von beiden Seiten ansehen. Es lohnt sich.
Mit freundliche Grüßen
Erhard
Hallo Herr Jakob,
Selbst wenn Sie keinen Kredit aufgenommen haben, zahlen Sie immer Zinsen. Das ist ja die Crux.
Bei jedem Einkauf, bei jedem Kneipenbesuch, bei jeder Fahrt mit der Bahn oder dem Bus, bei jedem Schwimmbadbesuch etc. zahlen Sie Zinsen, nämlich die Zinsen der Kredite, die der Anbieter dieser Waren oder Dienstleistungen aufgenommen hat, bzw. aufnehmen mußte um diese Waren/Dienstleistungen anzubieten. Wenn er dies nämlich nicht täte, würde er pleite gehen.
Wenn Sie Miete zahlen, so zahlen Sie durchschnittlich 40 % Zinsen.
Sie zahlen also immer Znsen, selbst der Lottogewinner zahlt Zinsen, denn er kauft ja i.d.R. mehr ein als Sie oder ich.
Erst wenn soviel Geld haben, dass es als Bankguthaben mehr an Zinsen einbringt als Sie ausgeben, wenn Sie also soviel Sie wollen einkaufen gehen können oder andere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ohne dass Ihr Geld weniger wird, erst dann gehören Sie zu den Gewinnern dieses Systems.
Und diese Gewinner, die haben kein, aber auch gar kein Interesse daran dieses Geldsystem zu verändern.
Mich wundert nur dass auch die Verlierer kein Interesses daran haben.
Freundlichst
F.W.
Hallo Herr Wege,
Auch wenn Sie die Energieunternehmen verstaatlichen, das Grundproblem ist nicht gelöst.
Auch dann müssen Sie Kredite zu Zinsbedingungen aufnehmen., diese zurückzahlen, die Zinsen wiederum auf den Preis aufschlagen, der dann von allen zu zahlen ist.
Sie müssen Gewinne einfahren, denn der Staat erwartet Gewinne, damit er diese versteuern kann und außerdem können Sie auf Dauer ohne Gewinnerwirtschaftung ihren Laden dichtmachen.
Glauben Sie mir, es liegt nicht am Menschen oder an den einzelnen bößen Kapitalisten, es ist dieses verfluchte Geldsystem, was das Leben so ungerecht macht.
Letztlich ist sogar dieses Geldsystem verantwortlich dafür, dass wir Menschen so sind wie wir sind. Nach dem Gelde strebend und alles andere ringsum vergessend.
Alle unsere Menschlichkeit versinkt im Streben nach Geld.
Freundlichst
F.W.
@Frank Weise!
Das ein Unternehmen Gewinne erwirtschaften muss, wird von mir auch überhaupt nicht bestritten. Auf die Höhe der Gewinne dürfte es ja wohl ankommen, aber auch mit welchen Methoden diese erzielt werden. Die Energieunternehmen erwirtschaften große Gewinne, die zu Lasten der Volkswirtschaft gehen, und um diese Lasten schert sich die Energiewirtschaft einen Dreck.
Dem kann man in meinen Augen n u r mit einer Verstaatlichung begegnen, da man in diesem Moment auch eine wesentlich bessere Kontrolle bekommt.
Im Moment beabsichtigen gerade wieder über 200 Energieunternehmen in Deutschland
ihre Gaspreise anzuheben, zum Teil um über 30 Prozent.
Dabei lassen sich diese Unternehmen überhaupt nicht in die Karten schauen, ob die Erhöhungen gerechtfertigt sind oder nicht. Selbst Gerichtsverfahren haben diesbezüglich schon nichts wesentliches gebracht.
So kann und darf das ja wohl kaum weitergehen!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Wege
@ Erhard Jakob
>“Sie schreiben, dass Sie Ihre Mail um 5:07 Uhr verfasst haben und der Computer sagt mir, dass Sie sie erst 18:30 Uhr geschrieben haben. Wer hat denn nun die Wahrheit gesagt?“
Beschäftigen sie sich mal ein wenig mit Zeitservern und deren Synchronisation, dann können sie sich die Antwort selbst geben.
>“Am Meisten hat mich allerdings Ihr Glaube, dass Ausbeutung wirtschaftskypernetischer Unsinn ist, beeindruckt.
Nur weiß ich nicht, ob ich über Ihre wissenschaftliche Glanzleistung mehr lachen oder mehr weinen soll.
Ich habe mich für das Lachen entschieden. Denn lachen ist gesund. Schließlich gibt es keinen, der sich schon mal krank gelacht hat.“ Ab zum Arzt. Klinisches Leitsymtpom: Das fehlen eines angemessenen Grundes.
Denn: Man KANN sich krank lachen – sogar zu Tode lachen – (war im dreißigjährigen Kriege bei den Schweden ein beliebtes Mittel: Man braucht eine handvoll Salz, eine Ziege und die nackten Fußsohlen des Delinquenten. Wenn’s bei Ihnen auch ohne geht, ist das ein ernsthafter Grund, mal den Hausarzt zu konsultieren …)
Insofern ist Ihr Satz:
>“Das ist unbedingt richtig
meint Erhard“
unbedingt falsch.
Bei dieser Gelegenheit könnten Sie sich auch gleich mal auf andere Störungen checken lassen, denn:
>“Vor geraumer Zeit habe ich Sie um Hilfe gebeten und Ihnen angeboten, Sie dafür auch angemessen zu entlohnen bzw. bezahlen.“
1. SIE könnten mich mit Sicherheit nicht „angemessen“ entlohnen. Schon insofern ist das Quatsch was Sie da geschrieben haben. (Im übrigen schrieb ich: „… zu gegebener Zeit …“ Wenn sie des Deutschen Kundig sind, wissen Sie, was damit gemeint ist.
2. Ich wüßte nicht, daß sie mich jemals um Hilfe gebeten hätten – wie sollten Sie auch, wo Sie mich doch garnicht kennen und dementsprechend garnicht einschätzen können, ob ich zu entsprechender Hilfe überhaupt geeignet wäre.
Langsam kommt mir der Verdacht, daß Sie hier mittels Wirrsal, mutwilliger und entstellenderSinnverdrehung nur stören wollen, oder vielleicht einen pathologischen Hintergrund mitbringen ….
Wenden Sie sich also gegebenenfalls an Ihren Hausarzt und lassen Sie mich in Ruhe!
U.
@ U!
Das mit dem „in Ruhe lassen“ basiert auf Gegenseitigkeit.
Wenn Sie mich in Ruhe lassen, dann werde auch ich Sie in Ruhe lassen.
Ich bin ein medizinischer Laie. Aus diesem und aus vielen anderen Gründen, werde ich es tunlichst unterlassen, Sie als krank zu bezeichnen und zum Arzt zu schicken.
Wenn Sie selbst die Notwendigkeit erkennen, dann werden Sie schon gehen. Und wenn nicht, dann eben nicht.
In der Hoffnung, dass ich nie wieder etwas von Ihnen höre und lese,
verbleibe ich mit vorzüglicher Hochachtung
als Ihr Erhard Jakob
Nachtrag für die anderen:
Zu meinem Satze: >“Ich behaupte: Im Kapitalismus wird nur das gemacht, was nach dem ihm eigenen(!!), unzutreffenden, unvollständigen und perversen Kriterien rechnet (ganze und WESENTLICHE Gebiete(!) sinnvollen wirtschaftens bleiben systematisch unbeachtet‑ desalb muß der sich damit automatisch ergebende “Fehlbetrag” in der Realität regelmäßig mit Krieg und anderen Sauerein kompensiert werden.“
möchte ich ergänzen:
Mit „wesentlichen Gebieten“ sind vor allem soziale und ökologische Folgen und deren Kosten (nicht nur monetäre – manch einer bezahlt mit seiner Gesundheit und seinem Leben …), Langzeiteffekte und Nebenwirkungen (“Lateralschäden“ – die garnicht so „lateral“ sind“, sondern teilweise sehr massiv und zentral) gemeint, die im bürgerlichen Rechnungswesen – da es sich meist nur auf den einzelnen Betrieb bezieht und dessen näheres und weiteres räumliches und zeitliches Umfeld weitgehend ausklammert – auf betrieblicher Ebene regelmäßig vernachlässigt werden.
Diese verkürzte Herangehensweise (zu DDR-Zeiten war sie allerdings noch verkürzter – das Ergebnis ist bekannt
) hat zur Folge, daß die kapitalistische (also auf Kapital, statt auf dessen realen Gegenwert abstellende Betrachtungs‑ und Wirtschaftsweise) regelmäßig wichtige REALE sozial‑ und wirtschaftskybernetische Regelkreise offenläßt und damit bewirkt, daß das System „Kapitalismus“ REGELMÄSSIG aus dem Ruder zu laufen neigt.
– aber sie ist es insofern, als das Ergebnis nicht auf politökonomischem Wege zustandekommt, sondern – gleichsam als erhärtende Ergänzung dazu – auch auf dem Wege der Mathematik und der Kybernetik.
Diese Erkenntnis klingt zwar – gemessen an der marxschen Politökonomie nicht besonders neu
Der Unterschied ist gravierend:
Während man ersteren Weg noch als Ansichtssache und als „linke Propaganda“ darstellen kann, stehen hinter dem zweiten mit mathematischer Präzision beweisbare Zusammenhänge (die übrigens einige schöne Dissertationsthemen abgeben könnten …), die geeignet sind, auch dem verknöchertsten Befürworter der alten Verhältnisse einzuleuchten. Denn: Unternehmer sind in aller Regel keine Selbstmörder.
Will sagen: Es wird Zeit, daß linke Politik auch wissenschaftlich auf neue, die seit Marx hinzugewonnenen Erkenntnisse berücksichtigenden Füße gestellt wird.
Gegner davon werden sein: Die Vertreter des Kapitals alter Schule und unter den Linken‑ all jene, die zu faul sind, neues hinzuzulernen, und sich damit begnügen, ledigilich zu räsonieren und ihr „Schicksal“ lautstark zu bejammern, statt die Ärmel hochzukrempeln und zuzulangen – sicherlich nicht wenige ….
.
meint
U.
Hallo Herr Wege,
also nur um Kontrolle über die Gewinne zu erhalten, wollen Sie verstaatlichen?
Dann aber sollen die Gewinne sicher so hoch wie möglich sein oder?
Kein System funktioniert wirklich gut unter Kontrolle.
Besser ist es ein System zu entwickeln, welches sich ähnlich wie die Natur verhält. Die Natur regelt sich selbst, deren Regelkreise arbeiten automatisch, von sich heraus jeweils auf das Optimum eingestellt.
Vielleicht oder sicher wird unser Kybernetiker der Herr Unternehmer jetzt lächeln über meine eher einfache und Betrachtungsweise, ich hoffe aber Sie wissen was ich meine.
Wir aber arbeiten ständig, machen Pläne, die wir nicht einhalten/können, kontrollieren diese Pläne, kontrollieren uns selber und andere und wollen immer das Maximum erreichen. Das Maximum an Erfolg, das Maximum an Geld und damit das Maximum an Macht.
Alles soll, ja muß ständig wachsen. Die Volkswirtschaft muß ständig wachsen, damit eine quasi Vollbeschäftigung erreicht werden kann.
Das ist der potenzierte Unsinn, der zur Wissenschaft auserwählte Schwachsinn. Nicht mal die dümmsten Regenwürmer sind so bescheuert.
Dabei wäre es durch einen kaufmännischen Trick ganz einfach einen quasiautomatischen naturnahen Regelkreis aufzubauen bzw. aufbauen zu lassen.
Erniedrigen wir das Geld auf den Status der Waren.
Schon haben wir den perfekten sich ständig selbst justierenden Regelkreis ohne ständigen Wachstumszwang.
Freundlichst
F.W.
Nein, Herr Weise!
„Dann aber sollen die Gewinne sicher so hoch wie möglich sein oder?“
Das versuchen Sie mir jetzt unterzujubeln!
Das Gegenteil ist oftmals der Fall. Je höher die betriebswirtschaftlichen Gewinne sind, um so höher sind oftmals die Ausgaben für die Volkswirtschaft.
Das lässt sich am Besten an der Energiewirtschaft beweisen und wird sich in der Zukunft zeigen.
Je mehr umweltschädliche Stoffe in die Umwelt geblasen werden, zum Beispiel durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, je höher wird die volkswirtschaftliche Belastung durch Klimakatastrophen.
Für jeden Euro den die Energiewirtschaft durch den Verkauf von fossilen Energieträgern einnimmt, wird der Steuerzahler in Deutschland mit dem dreifachen Betrag in Haftung genommen, zum Beispiel für die Beseitigung von Klimaschäden.
So weit sie überhaupt zu beseitigen sind.
Und genau deshalb sollte hier der Staat eingreifen und die Kontrolle übernehmen!
Das mit dem naturnahen Regelkreislauf könnte man diesbezüglich durch einen hundertprozentigen Einsatz erneuerbarer Energien, Sonnenenergie, Windenergie, Wasserkraft und Erdwärme und den zusätzlichen Einsatz von neuen Technologien, wie z.B. der Kraftwärmekopplung erreichen!
Freundliche Grüße aus Oldenburg
Hans-Dieter Wege
Darf ich mal zwei Schwerpunkte setzen?
>“Besser ist es ein System zu entwickeln, welches sich ähnlich wie die Natur verhält.“
Der Kybernetiker (ich bin übrigens keiner
) spricht von „fehlertoleranten Systemen“, also von Systemen die auch noch dann reibungslos funktionieren, wenn was schiefläuft, wenn sie falsch bedient wurden, sich Umgebungsbedingungen drastisch ändern, Grenzwerte überschritten sind …
Ich lächle also nicht, denn darauf wollte ich hinaus …
(Ob das allein und ausschließlich nur mit der „Umwidmung“ des Geldes erreichbar ist – daran zweifelt nun wieder der „Kybernetiker“ in mir …)
>“Und genau deshalb sollte hier der Staat eingreifen und die Kontrolle übernehmen!“
Es ist das Wesen unseres westlichen Denksystems, das es sich – da religionshistorisch teilweise (zumindestin den letzten 1500 Jahren) durch den Monotheismus geprägt – die Welt (instinktiv) als irgendwie „hierarchisch geordnet“ vorstellt.
Uns (auch den Atheisten!) wird die Idee eines einzigen Gottes von Kindesbeinen an so eingebläut (meist unbewußt), daß wir von vornherein auf einen „Übervater“ – eine wie auch immer geartete Authorität geprägt sind. (übrigens anders als pagane Kulturen, in denen selbst der singuläre Stammeshäuptling nur eine Authorität unter vielen ist.)
So erwarten wir beinahe automatisch, daß „der Staat“ (welche Einzelpersonen dies dann auch immer sein mögen) als „göttlicher Übervater“ mehr leisten könne, als die Summe seiner einzelnen Mitglieder – die Praxis zeigt aber, daß dies beinahe ausschließlich nur im Bereiche der organisierten Großkriminalität der Fall ist (Kriege, Unterdrückung ganzer Völker und Kontinente, Durchsetzung selbstmörderischster Technologien wie Nucleartechnik in großem Stile, oder Ausbringung von gentechnisch veränderten Lebewesen und/oder Material in die freie, unkontrollierbare Natur etc) .
Es gibt aber keinen biologischen Grund für den homo sapiens sapiens, Staaten zu bilden. Ⅾ. h., alle für das reibungslose Leben und Überleben der Menschheit wie des Einzelnen NOT-WENDigen Maßnahmen können auch anders, als innerhalb staatlicher Strukturen geleistet werden. Will sagen: Seit dem Untergange des imperium romanum ist der Nationalstaat obsolet – überflüssig wie ein Kropf – ja erkennbar schädlich – nicht erst die beiden Weltkriege zeigten das …
Insofern wäre der Versuch, den Staat zur Lösung der Probleme heranzuziehen, der Versuch, den Bock zum Gärtner zu machen, denn er ist selbst die vielfach Hauptursache für die Probleme, zumindest aber Verstärker derselben und das Haupthindernis zu deren Beseitigung.
Denn bei näherer Betrachtung können die vorhandenen Mißstände nur dadurch persistieren, daß das Gewaltmonopol des Staates und besonders aufgrund dessen Mißbrauchs durch offenbar „schiefgewickelte“ Lobbys, als einzige Kraft in der Lage ist, den Erfolg der natürlichen Reaktion der menschlichen Populationen auf wahnsinnigstes Fehlverhalten winziger Minderheiten zu verhindern.
Solange besorgte Bürger, denen das Verhalten der Atomanlagenbetreiber aus guten und sachlichen Gründen suspekt ist, regelmäßig von der Polizei des Staates zusammengeprügelt werden – solange ist der Staat als das Haupthindernis bei der Problemlösung anzusehen und es wäre „kybernetisch“ fatal, ausgerechnet von jener Kraft, die das Auftreten schwerwiegender gesellschaftlicher, ökologische/ökonomischer, sozialer, medizinischer etc. Probleme und Entgleisungen erst ermöglicht, deren Lösung zu erwarten.
Ich möchte nicht behaupten, daß alle Probleme in der freien Natur auf natürliche weise gelöst wären – und schon garnicht in einer humanistischen Weise – , aber es fällt schon auf, daß die Entwicklung von Potentialen gefährlichster Selbstbedrohung bis hin zur Selbstvernichtung ausschließlich beim homo sapiens sapiens auftritt und historisch zeitgleich Hand in Hand geht mit der (Weiter‑) Entwicklung der Idee „Staat“.
Ich sehe deshalb allen Grund dafür, nach neuen (älteren???), jedenfalls kybernetisch sinnvolleren Lebensformen Ausschau zu halten, als zu versuchen, die alte Idee des „Staates“, jenes Machtimperiums des Wahnsinns, weiterzuentwickeln, das von seinem ersten Auftauchen in der Menschheitsgeschichte an und bis heute, stets nichts anderes war, als die unheilige Allianz von Lumpen und Idioten gegen die Rechtschaffenen.
Denn: Der Rechtschaffene weiß auch ohne „Staatsgewalt“, was er zu tun und zu lassen hat.
Erst die Konzentration von Macht und Gewalt mittels der Errichtung eines Staates aber, weckt den mitunter „natürlich vorkommenden“ Machtwahn dafür besonders anfälliger und empfänglicher Individuen und löst erst damit stante pede den Mißbrauch(!) der unter dem Dache des Staates zusammengezogenen Potentiale aus, die „in freier Wildbahn“ auf die selbstverständlichse Weise, nämlich durch das Vorhandensein natürlicher Gegenspieler, vor Entgleisung geschützt sind.
Ohne den Staat würden wir vielleicht heute noch in der Steinzeit leben – aber die globale Bedrohung und die damit verbundene, drastische Reduzierung unserer Zukunftsaussichten wäre damit eben auch deutlich kleiner, wenn überhaupt vorhanden.
Damit ist nicht gesagt, daß auch unter diesen Bedingungen – nach so langer Erfahrung – nicht auch für das einzelne Individuum ein komfortables Leben möglich wäre.
(Ich kann nicht verhehlen, daß mir die Beobachtung von Wildtieren diesbezüglich regelmäßig Neid und Bewunderung abnötigen, wenn es darum geht, wie einfach, effizient und – gemessen an nur einer einzigen Schlacht – weniger grausam – die Natur ihre Obliegenheiten regelt.)
Leicht wird man mir nun entgegenhalten, es sei nun mal aber so, wie es sei, schließlich stünden ja hinter der Geschichte „Gesetzmäßigkeiten“, der heutige Zustand der Menschheit sei also alternativlos, weil das Ergebnis von unabänderlichen objektiven Gesetzmäßigkeiten.
Hier darf ich, neben Brechts Forderung an die Künstler, die „Welt“ (er meinte wohl eher die Zustände unter den Menschen(!) als „veränderbar“ darzustellen, zunächst an Stefan Zweigs literarische Miniaturen „Sternstunden der Menschheit“ erinnern, die – wenn auch nur oberflächlich – bereits einen winzigen Einblick geben, von welch immensen und unwahrscheinlichen Zufällen jene Geschichte doch geprägt ist, die wir landläufig für „gesetzmäßig“ halten.
Hier jedoch täuscht also die heute übliche, historische Perspektive – und Machtpropaganda, sowie jahrhundertelanger Staats‑, Ideologie‑ und Religionsterror erledigen den Rest:
Wir können uns heute kaum noch ein Leben ohne Staat vorstellen – obwohl ein Blick in die Natur – selbst die des Menschen (!) beweist, daß es auch ohne Staat geht – und auch die längste Zeit der Menschheitsgeschichte tatsächlich gegangen ist (was sind maximal(!) viertausend Jahre (National‑) Staatsgeschichte (- in vielen Regionen der Erde aber nur wenige Dekaden!) in einem Intervall von beinahe sechs Millionen Jahren Menschwerdung!?? – Lediglich 0,066666666 Prozent! Anders ausgedrückt: Sechs Millimeter von zehn Metern.
Ich denke, es ist an der Zeit, neben den anderen Naturwissenschaften, auch die archäologischen und geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisse gerade der letzten hundert Jahre mehr als bisher heranzuziehen bei der Beantwortung der Frage, inwieweit „staatliche“ Maßnahmen überhaupt geeignet sein könnten, Menschheitsprobleme zu lösen.
Die historische Erfahrung deutet darauf hin, daß dies in viel geringerem Maße der Fall sein dürfte, als landläufig angenommen – für mich persönlich gibt es mittlerweile keinen Zweifel mehr darüber: Die Struktur „Staat“ ist – nicht die Wurzel – aber die maßlose Verstärkung und Zementierung allen menschlichen Übels, die die natürliche menschliche Unzulänglichkeit erst zur existentiellen Gefahr für den Einzelnen, wie für die ganze Menschheit anschwellen läßt.
Insofern kann ich vor „staatlichen“ Lösungen nur warnen – was nicht heißen soll, daß ich ein Gegner GESELLSCHAFTLICHER Lösungen sei. Das Gegenteil ist der Fall. Der „feine“ Unterschied aber zwischen „Gesellschaft“ und „Staat“ dürfte augenfällig sein: Es ist z.B. das Fehlen, bzw.. Vorhandensein Machtwahn, institutionierte Gewalt und humanitäre Kaltschnäuzigkeit begünstigender Strukturen, Regeln und Mechanismen.
Der Mensch ist von seiner Natur her ein sich sozial verhaltendes Wesen. Es bedarf also von Geburt an immenser deformierender Kräfte, ihn von diesem Wege seiner ihn genetisch prägenden, sozialen Vernunft abzubringen – Kräfte, denen es in der Natur mangelt, nicht aber unter dem Treibhausdache des Staates;
meint
U.
@Unternehmer!
Selbstverständlich meine ich eine Vergesellschaftung. Und welche Personen bilden eine demokratische Gesellschaft? Sind es nicht wir alle gemeinsam?In meinen Augen darf es auch letztendlich gar nicht um eine nationalstaatlich denkende und handelnde Gesellschaft gehen, sondern um eine Internationale!
Aber heute nennt man es ja wohl immer noch Staat. Selbst die Ameisen und die Bienen bilden ja einen Staat, nur mit dem Vorteil, dass sie zur Fußballweltmeisterschaft nicht mit einer Nationalflagge herumfliegen.Vielleicht sollte man ja heutzutage auch nicht immer noch beim Begriff STAAT an einen Arbeiter und Bauernstaat denken. Denn in diesem Moment bilden ja wirklich nicht alle Personen einer Gesellschaft den Staat, würde man den Begriff ganz ernst nehmen.
Aber ich finde, gerade die skandinavischen Länder machen es uns doch vor, dass man auch anders wirtschaften und handeln kann. Obwohl das bestimmt auch noch nicht der Königsweg ist.Aber der derzeitige Weg von Wirtschaft und Politik ist offensichtlich der Falsche!
Freundliche Grüße aus OldenburgHans-Dieter Wege, Gegner asozialer Politik
Hallo Herr Unternehmer,
„(Ob das allein und ausschließlich nur mit der “Umwidmung” des Geldes erreichbar ist – daran zweifelt nun wieder der “Kybernetiker” in mir …)“
Zumindest scheint es einer der Hauptschalter zu einem fehlertolerantem System zu sein, denn ein wesentlicher Unsinn, der ständige Wachstumszwang der Wirtschaft,würde dann begraben werden.
„Der Mensch ist von seiner Natur her ein sich sozial verhaltendes Wesen. Es bedarf also von Geburt an immenser deformierender Kräfte, ihn von diesem Wege seiner ihn genetisch prägenden, sozialen Vernunft abzubringen“
Jeder hat wohl an seinen eigenen Kindern schon Folgendes so oder so ähnlich beobachtet: die Kleinen streiten sich um einen Ball, jeder will ihn haben, es gibt Tränen und Geschrei. Hat der Schreihals dann endlich den Ball, so ist er i.d.R. nur kurzzeitig damit beschäftigt und legte ihn alsbald beiseite, zumindest so lange, bis der andere den Ball wieder zurück fordert. Dann geht das Gezetere wieder von vorne los.
Ich denke, dass dieser Neid, auch das zu besitzen, was der Nachbar gerade hat, dies ist dem Menschen in die Wiege gelegt und ich glaube noch nicht mal, dass dies ein schlechter Charakterzug ist. Es ist eine Art Antriebsfeder, etwas zu besitzen, was der andere nicht hat, eine andere Art der Neugier.
Im Grunde strebt der Mensch nach dem Besitz von Waren, mit Geld können die Knirpse nichts (noch nichts) anfangen. Erst dann, wenn sie merken, dass der Ball nur dann zu haben ist, wenn die Eltern auch das nötige Geld dazu haben, ab diesem Zeitpunkt beginnt das verhängnisvolle Rennen nach dem Geld, denn sie merken sehr schnell und unbewußt, dass das Geld mehr Wert ist als der Ball. Da kann man sich auch etwas Geld zurücklegen (horten) und vielleicht einen echten Lederball dafür kaufen etc. Irgendwann sagen die Eltern dann, dass man nur etwas werden kann (Geld besitzen kann), wenn man schon im naturwissenschaftlichen Kindergarten zwei‑ oder dreisprachig aufwächst. Spätestens dann ist die Deformation des Gehirns auf dem ersten irreparablen Höhepunkt.
Dies sind m.E. die immensen deformierenden Kräfte, die Sie richtigerweise so benennen.
Führen wir das Geld auf den Status des Balles zurück. Dieser nutzt sich ab, verliert langsam an Luft, wird schließlich unbrauchbar. Machen wir das Geld genauso wie die Waren, dann verliert das Geld diesen Sonderstatus und wir werden wieder so wie wir im Grunde sind.
So schlecht sind wir doch nun wirklich nicht.
Freundlichst
F.W.
@F.W.
Ich meinte nicht den noch unfertigen, kindlichen Menschen, der natürlicherweise noch sehr viel vom tierhaft‑ egoistischen Verhalten jedes kindlichen Wirbeltiers hat:
Alle Säuglinge, alle Küken sind „Egoisten“ – das ist das biologische Wesen von UNSELBSTÄNDIGEN, weil noch in der Reifezeit befindlichen Wirbeltierten, deren zuförderste Aufgabe zunächst das nackte, rein biologische Überleben ist.
Es eignet aber dem erwachsenen(!) Menschen, daß er dann inzwischen EINSICHT in soziale Wirkungsmechanismen gewonnen hat und gerade im Falle des homo sapiens sapiens nur als ausgeprägt(!) sozial handelndes(! – nicht nur redendes (!!!)
) Wesen in der Entwicklungsgeschichte überleben konnte.
Die „immensen deformierenden Kräfte“ halte ich für krankhaft im klinischen Sinne, weil selbstgefährdend/selbstzerstörerisch.
Im Grunde sind wir sicherlich auf derselben Fährte: Es ist die Beständigkeit des Geldes per definitionem (!!), die den artefakt „Geld“ in einen krass das Gleichgewicht der Prozesse störenden Widerspruch mit der Vergänglichkeit alles materiell Seienden – so auch zumindest der materiellen Ware – bringt und damit die Selbstregulationsmechanismen der Gesellschaft, ja sogar der Natur(!!) untergräbt.
Das ist ja das, was ich oben schrieb:
Ich sehe den Grund für die falsche Definition der Eigenschaften von Geld in einer falschen ökonomischen Betrachtungsweise der Welt seit Jahrtausenden. – Die Globalisierung wird uns hier neue Betrachtungsweisen ZWINGEND abnötigen – oder die moderne Menschheit praktisch dem Erlöschen überantworten. – Auf der Basis derart primitiver sozioökonomischer Vorstellungen, wie wir sie noch heute allgemein pflegen und zur Grundlage allgemeinen Handelns machen, können nur zahlenmäßig unterentwickelte Populationen in gentilgesellschaftsartigen Zuständen überleben.
Alles andere, ohne qualitative Anpassung quantitativ Wachsende, wird unweigerlich an der Begrenztheit irdischer Ressourcen zugrundegehen, wie ein Baumpilz, der – in dem er seinen Wirtsbaum langsam umbringt, damit auch sich selbst umbringt.
@Hans-Dieter Wege
>“… Selbst die Ameisen und die Bienen bilden ja einen Staat,…“
Die haben aber auch einen klaren, existenziellen BIOLOGISCHEN Grund, den es beim homo Sapiens nicht gibt!
Wir sind, im Gegensatz zu Ameisen, Bienen usw., eben NICHT biologisch zwingend auf Staatenbildung angewiesen. Dies wird gerne vergessen/verdrängt.
Ich halte deshalb, nach entsprechenden Strukturanalysen, den Staat mittlerweile für eine krebsartige Entartung im Organismus „Gesellschaft“: Aggressiv, sich natürlichen Regelkreisen mit ebenjener Aggressivität entziehend, tendenziell maßlos, dysfunktionell, schadenstiftend bis zu Selbstvernichtung. (Siehe Atomindustrie, Freiland-Gentechnik, „mißbrauchbares“ Gewaltmonopol, unkontrollierbare(s) Eigeninteresse/Eigendynamik im Widerspruch zu den objektiven Erfordernissen seiner Mitglieder)
meint
U.
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