„Er hat immer gesagt „Die Lichte bei Torgau“ …

von Jens Thöricht Mit diesen Worten beginnt die Löbauer Landtagsabgeordnete Heiderose Gläß ihren Vortrag über einen aus Schlesien stammenden Antifaschisten, der während der faschistischen Diktatur unter anderem im Konzentrationslager Lichtenburg eingesperrt war. Es handelt sich um ihren Vater, Alfred Schneider. Wir sitzen im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg Prettin, die Stimmung ist bedrückend. Heiderose Gläß lässt




„Elementar rechtsstaatswidrig und menschlich niederträchtig

Auch die politische Landschaft des sonst recht beschaulich – man könnte auch sagen: erstarrt – wirkenden Freistaates Sachsen wird gelegentlich von Skandalen erschüttert. Mitunter werden diese dann von Untersuchungsausschüssen des Landtages unter die Lupe genommen. Ob überdimensionierte Abwasseranlagen, illegale Müllgeschäfte, der Untergang der SachsenLB oder das Behördenversagen beim „NSU“-Terror: Die Opposition sorgt für Aufklärung –




„The right man in the right place? will undoubtedly be Dr. Marx“

von Manfred Neuhaus Vor 150 Jahren schlug die Geburtsstunde der Ersten Internationale* Als die Wogen der jüngsten Marx-Renaissance vor einem reichlichen Jahrzehnt den alten Kontinent trafen, verblüffte der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger die zu ihrem Jahrestreffen in Davos angereiste Wirtschaftselite der Welt mit einer berühmten, wenn auch sehr freizügig zitierten Metapher des bärtigen Welterklärers aus




Das Kinderprivileg: Ein Beitrag zum Zukunfts- & Strategiekongress der LINKEN

von Katja Kipping Auf dem anstehenden Zukunfts- & Strategiekongress der LINKEN soll beraten werden, wie ein notwendiger Pfadwechsel im Verständnis von Gesellschaft konkret gedacht und in Angriff genommen werden kann. Zur Einstimmung darauf sei im folgendem der Versuch unternommen, einen solchen gesellschaftlichen Pfadwechsel konkret an einem Beispiel zu denken: dem Kinderprivileg. Die Grundidee: Wir gewöhnen




Mit Krieg Kriege beenden?

von Cornelia Ernst Als ich im Europawahlkampf nach Oschatz kam, führten mich unsere Genossen in eine Sonderausstellung anlässlich des Ersten Weltkrieges. Spannender als in jeder seitenlangen Lektüre ließ sich anhand von Postkarten und Feldbriefen der Zeitgeist des 1. Weltkrieges nachvollziehen. In der Bildsprache widerspiegelte sich Kriegsbegeisterung, verbunden mit Heimattümelei und preußischem Ehrenkodex. Krieg als Lebenselixier.




Lehrermangel hat langfristige Ursachen

von Jens Dietzmann Lehrer erscheinen nicht einfach, fallen nicht vom Himmel oder wachsen aus der Erde. Sie kommen nicht einfach, wenn man ob vieler Ausfallstunden, voller Klassen, baldigen Pensionierungen und, was bei der sächsischen Landesregierung am schwersten ins Gewicht fallen dürfte, anstehender Wahlen nach ihnen ruft. Eine Reihe von Ereignissen muss zusammenkommen, damit ein Lehrer




Die Lage im Nordirak und die friedenspolitische Debatte in der LINKEN

von Michael Leutert Im August hat Bernd Riexinger in einem Interview DIE LINKE zu einer Debatte aufgefordert, „wie wir heute mit den Konflikten in der Welt umgehen sollen“. Er begründete dies mit dem „Zusammenbruch der alten Weltordnung“ und der Zunahme von Konflikten, die wir mit unseren gewohnten Kategorien nicht mehr erfassen könnten. Die Dringlichkeit, eine




„Der war doch nur ein Jude“

von Volkmar Wölk Rassismus ist alltäglich. Rassismus gibt es auch in der oft beschworenen „Mitte der Gesellschaft“. Für jene, die sich rassistisch äußern, ist ihr Denken oftmals dermaßen normal, dass ihnen ihr Rassismus gar nicht mehr auffällt. Der NSU-Prozess in München, der ja auch dazu dienen soll, den Opfern endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, liefert




Joan Baez – Symbolfigur der Friedensbewegung

von Jens-Paul Wollenberg Niemand sang die Songs von Bob Dylan schöner als sie. Die nordamerikanische Folksängerin und Kriegsgegnerin, die sich stets politisch engagierte, wenn es um Bürgerrechte ging oder Rassenhass angesagt war, wurde am 9. Januar 1941 als Tochter des mexikanischen Wissenschaftlers Albert und der aus dem schottischen Edinburgh stammenden Joan Bridge Baez im US-Staat




Unterschätzte regionale Kunst

von Ralf Becker 2013 wurde das Werk des Malers Fritz von Uhde auf dem 1. Internationalen Wolkenburger Symposium bekannter gemacht und gewürdigt. Beim 2. Internationalen Wolkenburger Symposium am 27. und 28. Juni 2014 stand Joseph Mattersberger, ein klassizistischer Bildhauer im Dienste Detlev Carl Graf von Einsiedels, im Mittelpunkt. Er entwickelte in den Jahren der Wende